Technik

SpaceX: Trumps Grenzmauer verschont Testgelände

von
Marten Zabel

Trumps Pläne für eine Grenzmauer haben den geplanten Raumbahnhof von SpaceX an der Grenze zu Mexiko bedroht. Jetzt soll er eine Ausnahmeregelung bekommen.

Testweise aufgebaute Mauerstücke in San Diego
Bauunternehmer buhlen in den USA um den Auftrag zur Bau einer Grenzmauer. Derweil fürchtet SpaceX um sein Betriebsgelände an der Grenze zu Mexiko. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Das erfahren Sie gleich:

  • Wieso Trumps Grenzmauer das Testgelände von SpaceX gefährdet hat
  • Warum das Gelände so wichtig ist für die geplanten Weltraumflüge zum Mars
  • Weshalb die Anlage von SpaceX jetzt doch nicht von der Mauer zerschnitten wird

Es scheint so, als habe das Weltraumunternehmen von Elon Musk noch einmal Glück gehabt: Sah es noch vor Kurzem so aus, als ob die von US-Präsident Donald Trump geforderte Grenzmauer zwischen den USA und Mexiko ein Testgelände von SpaceX zerschneiden würde, ist dies wohl jetzt abgewendet. Das liegt an der Macht lokaler Politik – und am Schutz von Schmetterlingen.

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Der Budgetplan, in dem es um die besagten Abschnitte der Grenze geht, sieht einen Kompromiss vor: 1,375 Milliarden Dollar sollen für 55 Meilen Grenzmauer entlang des Rio Grande ausgegeben werden, dafür sollen aber fünf wichtige Kulturdenkmäler vom Bau der Grenze ausgeschlossen bleiben.

Der Kompromiss soll helfen, einen neuen Shutdown der US-Regierung zu vermeiden – die fünf Orte ohne Mauerbau sind allerdings Teil eines Grenzabschnitts, dessen 641 Millionen Dollar teurer Mauerbau bereits mit dem Budget des Vorjahres beschlossen wurde.

SpaceX: Schutz vor Trumps Grenzmauer

In dem geplanten Mammut-Bauwerk soll es Lücken geben: Laut dem 1159-seitigen Vorschlag sind bislang fünf Örtlichkeiten vor dem Bau von Grenzmauern geschützt. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, wie etwa Schutz von seltenen Tieren oder der Erhalt eines historischen Bauwerks:

  • das National Butterfly Center als Schutzgebiet für Schmetterlinge, von denen mehrere hundert Spezies hier leben und sich fortpflanzen
  • der Bentsen-Rio Grande Valley State Park, der international als Vogelbeobachtungsstelle bekannt ist
  • das Santa Ana National Wildlife Refuge, das bereits im letzten Jahr von Grenzmauern ausgeschlossen wurde
  • die historische katholische Kapelle La Lomita
  • das Grundstück, auf dem künftig der kommerzielle Raumhafen von SpaceX gebaut werden soll

Weltraumbahnhof Boca Chica

SpaceX hat für seinen neuen Standort im texanischen Boca Chica große Pläne, die durch den Bau einer Grenzmauer wohl zunichte gemacht worden wären: Dort sollen wichtige Testflüge des Starships stattfinden, des großen wiederverwendbaren Raumfahrzeugs, mit dem später der Mars kolonialisiert werden soll.

Pläne der Grenzanlagen hätten eine Mauer direkt durch eine der Startrampen gesetzt. Damit wäre die Einrichtung der Anlage wohl flachgefallen – und somit auch die Schaffung mehrerer hundert Arbeitsplätze in der strukturschwachen Grenzregion.

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Ganz vom Tisch ist der Bau der Grenzmauer durch die fünf besonderen Ortschaften noch nicht. Präsident Trump kann mit seinen Notstands-Beschlüssen theoretisch noch alles umwerfen. Die Aktivisten der Naturschutzgebiete sowie die Politiker und Entscheider für den Bau des Startplatzes von SpaceX haben mit den Ausnahmen aber einen sehr wichtigen Teilerfolg erreichen können.

Nun muss die Situation nur noch halbwegs stabil bleiben, dann können aus Boca Chica schon in wenigen Jahren Raketen zum Mars und vielleicht sogar darüber hinaus abheben.

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