Gesundheit

Auf Ihre Gesundheit achtet Ihr Arzt - und Ihr Auto

von Jennifer Hollack

Nicht nur für autonomes Fahren kommen immer mehr Sensoren zum Einsatz – auch der Autobesitzer selbst kann vermessen und analysiert werden. Einige Routineuntersuchungen beim Arzt könnten künftig entfallen.

Auf Ihre Gesundheit achtet Ihr Arzt - und Ihr Auto
Datenzentrale: Neben Fahrzeuginformationen wie Reichweite und Geschwindigkeit könnten Autos künftig auch Gesundheitsdaten ermitteln und dem Fahrer anzeigen. Foto: aio

Das erfahren Sie gleich:

  • Sensoren und Kameras erfassen schon heute Körperdaten
  • Mobilität und Medizin wachsen immer mehr zusammen
  • Ersetzt das Auto künftig den Besuch beim Hausarzt?

Viele Arztbesuche könnten überflüssig werden

17 Arztbesuche. Jeder Bundesbürger, jedes Jahr. Die Krankenkassen haben diese Zahl ermittelt, und hinter der reinen Zahl steht vor allem: ganz viel Warterei. Warten am Empfang, warten im vollen Wartezimmer, warten im Behandlungsraum. Und oft kommt dann raus: Der Patient hätte gar nicht kommen brauchen, die Körperdaten sind völlig in Ordnung. Es war verschenkte Zeit.

Mobilität und Medizin, das wächst zusammen.

Gleichzeitig sind unsere Auto heutzutage ausgeklügelte Kleinstcomputer, die praktisch fast alles messen, aufzeichnen und bewerten können. Was wäre, wenn sie ebenfalls unsere Gesundheit im Blick behalten könnten und somit ein Großteil der Arztbesuche überflüssig würden? Und jetzt kommt's: So abwegig ist das gar nicht. Mobilität und Medizin - das wächst zusammen.

Lesen Sie auch

Ladestation

aio-Empfehlung

Unter Strom! Mobilität wird elektrisch

Die Fitness wird vom Auto geprüft

Auf dem Weg zum autonomen Fahren verfeinert die Autoindustrie permanent die Techniken, die die Umgebung des Autos messen und bewerten. Gleichzeitig entwickelt sie aber auch Features, die den Fahrer selbst im Blick haben. Sensoren im Lenkrad erkennen, wie müde der Fahrer ist und verhindern auf diese Weise Unfälle wegen Sekundenschlaf – immerhin sind laut einer Umfrage des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) 20 Prozent der Autofahrer schon mal am Steuer eingenickt. Kameras verfolgen den Blickwinkel der Augen oder die Haltung des Kopfes und schließen daraus, wie konzentriert derjenige ist. Sitze messen die Körpertemperatur. Aus all diesen Erkenntnissen kann auch der Fitness- und Stresslevel ermittelt werden. Je nach Ausgang der Analyse kann beispielsweise die Beleuchtung angepasst oder das Infotainment-Programm verändert werden. Oder die Massagefunktion in den Autositzen lösen automatisch die Verspannungen im Rücken und im Nackenbereich auf, die die Sitze kurz vorher selber gemessen haben.

Autonomes Fahren und Gesundheit

Wenn dazu das autonome Fahren massentauglich wird, brauchen Sie sich künftig also nicht mehr über die vollen Straßen ärgern. Während der Autofahrt können Sie bald ein Buch lesen, Ihren Herzschlag mitverfolgen, und vielleicht lassen sich auch bald die Blutwerte überprüfen. All die Daten werden an Bord gespeichert. Was mit diesen Daten passiert und wer sie für welche Zwecke nutzen darf, darauf wird die Gesellschaft eine Antwort finden und klare Regelungen treffen müssen. Aber denkbar ist es ja schon, dass für manche Menschen die Vorteile überwiegen, die ihnen der Doktor im Auto bietet. Wenn Sie also keine Bedenken wegen des Datenschutzes haben und der Weitergabe der Informationen zustimmen, könnten diese Daten alle sechs Monate an Ihren Hausarzt oder die Krankenkasse gesendet werden. Den Gang zum Arzt können Sie sich somit in vielen Fällen sparen – es sei denn, Sie haben wirklich etwas.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Gesundheit immer informiert.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen