Leben

Auch im Winter: Obst und Gemüse regional

von Leonie Butz

Das ganze Jahr über Obst und Gemüse essen – und das ohne schlechtes Gewissen, dass die Produkte nicht saisonal oder regional sein könnten. Ein Jungunternehmer aus den USA zeigt, wie es geht.

Auch im Winter: Obst und Gemüse regional
Gefroren aber trotzdem regional: Mit diesem simplen Geschäftsmodell landete Patrick Mateer auf der Forbes-Liste der 30 einflussreichsten Geschäftsleute unter 30. Foto: Unsplash/asthetik

Das erfahren Sie gleich:

  • Obst und Gemüse aus dem Tiefkühler ist gesund, aber selten regional
  • Ein ehemaliger Student aus den USA hat eine geniale Idee: Obst und Gemüse aus der Region einfrieren
  • Das macht die Produkte umweltfreundlicher und hilft den regionalen Bauern

Obst und Gemüse im Winter

Der erste Schnee ist gefallen, die Temperaturen sind auch tagsüber unter null. Der Winter hat Einzug gehalten – und mit ihm das Empfinden, nicht genügend Vitamine zu essen. Also kommt Obst und Gemüse auf den Teller. Aber nach dem zehnten Kürbis und dem gefühlt hundertsten Apfel ist die Leidenschaft für das saisonale Grünzeug erschöpft. Jetzt ein paar Erdbeeren! Frische Erdbeeren sind jedoch ökologisch kaum vertretbar, kommen aus Ägypten oder Brasilien und haben beim Transport mehr CO2 verbraucht, als die gesamte Familie im Jahresurlaub. Tiefgefrorene Erdbeeren wären eine Alternative. Aber auch sie legen oft hunderte oder tausende Kilometer zurück, um in der heimischen Tiefkühltruhe zu landen. Also vielleicht doch ein paar Clementinen? Eine simple aber geniale Idee könnte diese Entscheidung zukünftig nachhaltig beeinflussen – zumindest in den USA.

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Transparenz ist dem Unternehmer wichtig: Auf jeder Tüte steht in großen Lettern, wo der Inhalt geerntet wurde.

Denn dort hat ein ehemaliger Student der University of North Carolina ein Unternehmen gegründet, das auf regionale Tiefkühlprodukte setzt: "Seal the Season" – auf Deutsch so viel wie "Die Jahreszeit versiegeln". Hierzu arbeitet der 24-jährige Patrick Mateer mit Bauern der Region zusammen. Direkt vor Ort wird geerntet und tiefgefroren. So sind regionale Produkte das gesamte Jahr über verfügbar. Transparenz ist dem Unternehmer dabei besonders wichtig: Auf jeder Tüte steht in großen Lettern, wo der Inhalt geerntet wurde. Besonders lokale Familien-Betriebe will der Unternehmer so unterstützen. Denn in den USA haben in den vergangenen 17 Jahren 21 Prozent der Familien-Farmen schließen müssen, so Mateer.

Gesund und regional

Gefroren sind Obst und Gemüse mindestens genauso gesund wie frisch. Oft haben sie gefroren sogar mehr Vitamine als im Supermarktregal. Denn dort reifen sie oft noch wochenlang nach – für die Tiefkühltruhe hingegen werden die Produkte reif geerntet und sofort gefroren. Hier gehen kaum Vitamine verloren. Mit der regionalen Version ist so nicht nur die Gesundheit der Verbraucher gesichert; auch der ökologische Fußabdruck wird so drastisch minimiert.

Ob ein Tiefkühlprodukt regional ist, darauf achteten bisher nur wenige Deutsche.

Bisher ist "Seal the Season" nur in North und South Carolina in den USA erhältlich. Bald sollen aber Florida und Georgia sowie New York und New Jersey folgen. Mit der Expansion des Geschäfts hofft Patrick Mateer, den Trend zu regionalen Produkten nachhaltig zu beeinflussen und sie so vielen Menschen wie möglich verfügbar zu machen. Die Landesgrenzen sind also sicher keine Grenzen für die Idee. Vielleicht kommt der Trend bald auch nach Deutschland. Hierzulande setzen zwar bereits einige große Ketten auf regionale Tiefkühlprodukte – im Gros fehlt jedoch die Transparenz, wo das Produkt genau herkommt.

Ob ein Tiefkühlprodukt regional ist, darauf achteten bisher nur wenige Deutsche: Laut einer Umfrage der Stiftung Warentest schauen nur rund 12 Prozent der Käufer bei tiefgekühlter Ware auf regionale Erzeugnisse. Aber das kann sich ja jetzt ändern – dank Patrick Mateer und seiner guten Idee.

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