Leben

Astro-Alex: Alexander Gerst kehrt ins All zurück

von Marten Zabel

Alexander Gerst steht kurz vor seinem zweiten Aufenthalt auf der internationalen Raumstation ISS. "Astro-Alex" geht dieses Mal als Kommandant ins All.

Die ISS, im Hintergrund die Erde.
Ein Blick auf die ISS aus dem Space Shuttle Endeavour heraus. Foto: NASA

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Alexander Gerst ein zweites Mal ins All und zur ISS fliegt
  • Wie "Astro-Alex" via Social Media die Menschen auf der Erde an seinen Erlebnissen teilhaben lässt
  • Wie der Kommandant der Raumstation 41 Experimente aus Deutschland mit ins All bringt

Alexander Gersts zweiter Ausflug in den Orbit

Am 6. Juni soll Alexander Gerst auf seine zweite Reise ins All aufbrechen. Ein halbes Jahr wird der Deutsche als Kommandant auf der internationalen Raumstation ISS bleiben und dort bei verschiedenen Forschungsprojekte mitmachen.

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Astro-Alex, wie er sich selbst auf Twitter nennt, soll dabei auch 41 Experimente aus Deutschland durchführen. Er ist zudem der erste Deutsche, der das Kommando über die mittlerweile seit zwei Jahrzehnten um die Erde kreisende Raumbasis übernimmt.

Astro-Alex auf der Raumstation

Alexander Gerst ist dafür bekannt, sein Leben im All per Social Media mit der Welt zu teilen. Sein Twitter-Account @astro_alexhat mehr als eine Million Follower und er sendet am Boden wie im Weltraum regelmäßig Updates und Bilder davon, was er gerade tut. Bereits während seiner ersten Mission im Weltraum von Mai bis November 2014 hatte er so die Raumfahrt vielen Menschen näher gebracht.

Mit seiner zweiten Mission wird er vermutlich ähnliche Eindrücke vermitteln können — und unter anderem mit der Maus und dem Elefanten aus der "Sendung mit der Maus" auch junge Fans beglücken: Die werden ihn nämlich auf der Mission begleiten. Gersts Popularität hat es sogar bis nach Hollywood geschafft. Der Charakter Alex Vogel, in "Der Marsianer" von Aksel Hennie verkörpert, soll auf ihm basieren.

Neue Versuche im All

Die Experimente, die Gerst mit der Sojus-Kapsel auf die ISS bringt, unterteilen sich in die Themengebiete Raumfahrt, Gesellschaft, Klimawandel, Digitalisierung, Industrie 4.0 und Robotik. Auch mit dabei ist Roboter CIMON, ein frei schwebender Assistent, der auf der ISS lernen und die Astronauten künftig unterstützen soll. Die von Airbus entwickelte, kugelförmige KI kann dabei auf ihrem Display nützliche Daten für aktuelle Experimente anzeigen und im Gespräch Fragen beantworten, sodass die menschliche Crew die Hände für andere Tätigkeiten frei hat.

Auch ein Roboter auf der Erde wird mit Gersts Mission getestet. Den humanoiden Roboter Justin des DLR werden die Astronauten wie schon im Vorjahr von der ISS aus testen. Seine Nachfolger könnten bei künftigen Missionen im All menschliche Astronauten um Kollegen ergänzen, die sich von der Erde aussteuern lassen und entsprechend verschiedene Expertise ins All bringen.

Für die Forschung an Bord bringt Gerst unter anderem ein neuartiges Mikroskop auf die ISS, mit dem sich lebende Zellen bei Schwerelosigkeit dreidimensional abbilden lassen. Auch mit der Reaktion des Körpers und seiner Organe bei Schwerelosigkeit wird sich die Mission einmal mehr beschäftigen, was auch für künftige längere Reisen im All wichtig sein dürfte und seit Jahrzehnten Forschungsgegenstand ist. Den Klimawandel soll die Mission ebenfalls erforschen. Zugvögel mit Peilsendern werden ihre Positionsdaten an die Internationale Raumstation funken und so dazu beitragen, ihr Verhalten und ihre Flugrouten in einem veränderlichen Klima zu analysieren.

Alexander Gerst in seiner Raumfahrer-Montur.
Astro-Alex: Alexander Gerst beim Training für seine zweite Mondmission. Foto: ESA/Stephane Corvaja

Auch für die Industrie im All gibt es auf der kommenden Mission zur ISS Experimente. Granulate und das Verhalten von Plasma stehen ebenso auf dem Experimente-Plan, wie weitere Versuche mit dem elektromagnetischen Levitator, bei dem Schmelzversuche die Produktion bei Schwerelosigkeit weiterbringen sollen. Ein Stück Berliner Mauer, das mit Gerst zur ISS reist, ist daneben eher symbolischer Natur – ob da mal keine Bakterien mit in den Weltraum fliegen?

Deutscher Kommandant der ISS und Amateurfunker

Alexander Gerst wird mit seiner eigenen Begeisterung vor allem auch den potenziellen Nachwuchs der Raumfahrt anstecken. In seinem persönlichen Gepäck finden sich nicht nur Figuren der Maus und des Elefanten aus der Kindersendung, sondern auch ein Mainzelmännchen. Ebenfalls dabei ist eine Zeitkapsel mit Botschaften von Fans sowie der Plan, unter anderem mit Schülerlabors in Deutschland Funkkontakt zu halten. Privat ist Gerst als Amateurfunker unterwegs, ein Hobby, das er auch im Weltraum nicht vernachlässigen muss.

Geht alles nach Plan, startet die Horizons-Mission mit Alexander Gerst und seinen beiden Kollegen Sergey Prokopyew aus Russland und Serena M. Auñón-Chancellor aus den USA am 6. Juni vom Kosmodrom in Baikonur. Die Reise zur ISS wird dann allerdings noch einmal eine Weile dauern – um den Treibstoffvorrat der Raumstation zu schonen fliegt die Crew mehr 34 Erdumrundungen, bevor die Sojus-Kapsel dort andockt.

Updates

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Ein schönes Detail: Der Booster der Raumkapsel wird eine WM-Bemalung tragen. Den Start werden DLR und ESA live im Netz übertragen, sollte er nicht wetterbedingt verschoben werden.

Vielleicht geht die nächste Weltraummission von Alexander Gerst ja bereits zur Raumstation im Mondorbit.

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