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Elektromobilität

Artificial Intelligence: Wie AI die Autowelt revolutioniert

von Ji-Hun Kim

Künstliche Intelligenz wird in der Autobranche ein milliardenschwerer Markt. Was kann das intelligente Auto der Zukunft – und was bedeutet das für uns?

Komplexe Straßenkreuzung mit gelben und weißen Markierungen aus der Luft aufgenommen
Kreatives Chaos: Noch ist das Verkehrsgeschehen oft zu komplex für die künstliche Intelligenz. Experten glauben aber, dass AI-basierte Elektromobilität bald zum Mainstream wird. Foto: CC0: Unsplash/Deva Darshan

Das erfahren Sie gleich:

  • Künstliche Intelligenz spielt im Auto viele wichtige Rollen – sowohl bei Infotainment-Systemen als auch bei autonomen Fahrkonzepten
  • Technologieunternehmen und die Automobilbranche entdecken neue Kooperationsmöglichkeiten bei der Artificial Intelligence
  • Wichtige moralische Fragen sind bei der AI noch lange nicht beantwortet

AI spielt bereits eine wesentliche Rolle

Wenn man in den Medien von AI (artificial intelligence, also künstliche Intelligenz) hört, dann ist oft die Rede von Supercomputern, die beispielsweise Schach-, Go- oder neuerdings auch Poker-Champions bezwingen oder wie Watson von IBM sogar in der Quizshow Jeopardy als glorreicher Sieger den Platz verlassen.

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Die Kernfrage, die hier diskutiert wird ist: Ist der Computer schlauer oder gar besser als der Mensch?

Dabei spielt artificial intelligence heute schon im Alltag eine wichtige Rolle. Von Empfehlungssystem bei Netflix, Spotify oder Amazon, Sprachassistenzen im Smartphone wie Siri, Google Assistant oder seit einiger Zeit auch in smarten Lautsprechern wie Amazon Echo, Apple HomePod und Google Home.

Den Nutzern ist heute schon gar nicht mehr bewusst, ob eine AI im Hintergrund am Werk ist oder nicht.

Das Thema ist also vielseitig, und häufig ist den Nutzern heute schon gar nicht mehr bewusst, ob eine AI im Hintergrund am Werk ist oder nicht. Anders als bei technologischen Innovationen wie dem Smartphone, ist das Konzept der AI nicht auf bestimmte Szenarien oder gar Produkte und Designs limitiert.

Künstliche Intelligenz im Auto

Künstliche Intelligenz wird für Infotainment-Systeme eine genauso wichtige Rolle spielen wie für autonome Fahrkonzepte oder auch das Interior-, wie Exterior-Design. Die Potentiale, die sich durch die Entwicklung von derartigen Technologien auftun, scheinen – glaubt man den Protagonisten – unbegrenzt. Es geht daher weniger um die Frage, ob AI eine wichtige Rolle in der Zukunft spielen wird, sondern vielmehr, welche Rolle AI spielen kann.

Seit einiger Zeit entstehen zahlreiche Kooperationen zwischen Technologieunternehmen und der Automobilindustrie rund um die künstliche Intelligenz. Denn wenn auch heute bereits Autos autonom unterwegs sein können – die Komplexität, die das Fahren von Autos mit sich bringt, ist noch lange nicht vollends erforscht und ausgelotet.

Experten gehen aber davon aus, dass in den nächsten zwei Jahrzehnten AI-basierte autonome Elektromobilität zum Mainstream wird und sich das Verständnis von Mobilität im Generellen grundlegend verändern wird. Tech-Unternehmen wie NVIDIA, Intel, Qualcomm, Apple und Co. investieren im großen Stile in den Bereich; nahezu täglich werden neue Konzepte und Plattformen vorgestellt.

Im Innenspiegel des Autos ist ein älterer Autofahrer mit Brille zu sehen.
Immer im Blick: Früher konnten nur die Insassen auf der Rückbank dem Fahrer (über den Innenspiegel) ins Gesicht schauen. Die neue Software von NVIDIA erkennt den Fahrer jetzt über ihre Gesichtserkennung. Foto: dpa

Artificial Intelligence: Wichtige Entwicklungen

Ein Beispiel: Auf der CES 2018 in Las Vegas stellte NVIDIA die Software-Plattform Drive IX vor. Der AI-Co-Pilot erkennt den Fahrer durch Gesichtserkennung und kann so Sitzeinstellungen und andere Präferenzen abrufen. Aber die Sensoren können ebenfalls erkennen, ob der Fahrer zu müde ist, um die Fahrt anzutreten.

Gesten und Sprachbefehle ermöglichen Zugriff auf die wichtige Funktionen, und das System erkennt sogar, ob der Fahrer abgelenkt ist in dem Fall, dass beispielsweise ein Kind plötzlich die Straße überquert.

Gemeinsam mit Volkswagen will NVIDIA Drive IX im Prototypen I.D. Buzz testen. Bis 2022 soll die Serienreife erreicht werden. „Künstliche Intelligenz in Autos setzt da an, wo konventionelle Computer an ihre Grenzen kommen“, erklärt Rob Csongor, General Manager of Automotive bei NVIDIA.

„Wenn man per Hand für jedes Objekt auf der Welt ein Computerprogramm schreiben wollte, würde man nie zu Ergebnissen kommen. Man kann aber mit Hilfe von artificial intelligence Computern beibringen zu lernen, Objekte zu erkennen und die Welt zu verstehen, geht mit AI viel schneller als mit klassischer Software.“

Drei wichtige Schritte werden hierbei von Bedeutung sein.

  • Zunächst geht es darum, dass das Auto in der Lage ist, die Gegend um einen herum akkurat zu erkennen und zu analysieren. Hier ist ein nahtloses Zusammenarbeiten aller Sensoren (Radar, Kameras etc.) von Bedeutung.
  • Als zweiter Schritt kommt die Lokalisierung. Wie genau und verlässlich kann das Vehikel die Umfeldanalyse mit bestehendem Kartenmaterial synchronisieren?
  • Und schließlich geht es darum, Autos beizubringen „menschlich“ zu fahren. Wie abrupt darf gebremst werden, wie aggressiv wird auf der Autobahn überholt? Bei welcher Fahrweise fühlen sich Menschen besonders sicher?

„Das sind alles anspruchsvolle Herausforderungen“, sagt Csongor, „aber AI ist in der Lage, all diese Fragen zu lösen. Genau deshalb haben wir derzeit so viele Durchbrüche zu verzeichnen.“

Wie moralisch kann die AI handeln?

Das große Ziel wird sein, mit Hochleistungsprozessoren und immer ausgefeilterer Software das sogenannte Autonomie-Level 5 zu erreichen. Was bedeutet, dass ein Automobil ohne Lenkrad, Gaspedal oder Spiegel bewegt werden kann.

Level 5 bedeutet aber auch, dass das Design von Autos sich von allen heutigen Gestaltungsvorgaben befreien kann. Wie lässt sich ein elektrisches Auto ohne Cockpit und Armaturenbrett nutzen? Hier dürften Designer für Exterior und Interior völlig neue Ausdrucksweisen entdecken und entwickeln. Ob als fahrendes Wohnzimmer oder Konferenzraum, Gaming-Zimmer oder Mini-Kino, die Möglichkeiten scheinen unbegrenzt.

Huawei hat ein Auto vom Band nur mit einem Smartphone und wenigen Kameras autonom gemacht.

Wie potent bereits heutige Alltags-Gadgets sind, bewies der chinesische Smartphone-Produzent Huawei gemeinsam mit Porsche kürzlich auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Hier wurde ein Auto vom Band nur mit einem Smartphone und wenigen Kameras autonom gemacht.

Auch wenn so ein Projekt noch weit von der Straßenzulassung entfernt ist, zeigt sich, wie viel Power heute schon in kleinsten Taschencomputern steckt und wie rasant sich der Fortschritt nahezu täglich weiter entwickelt.

Updates

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Haben vollends autonome Vehikel so etwas wie eine Moral? Eine philosophische Frage, die im Detail weitaus komplexer ist, als man gemeinhin meinen könnte. Das renommierte MIT hat dafür das Projekt „Moral Machine“ vor einiger Zeit gestartet.

Zwei rote Würfel mit weißen Punkten liegen auf einem glänzenden Tisch.
Würfeln für die Moral: Beim Projekt "Moral Machine" steht auch zur Frage, auf welcher Basis die AI moralische Entscheidungen treffen sollte. Manche Forscher glauben: Am Besten rein zufällig. Foto: CC0: Unsplash/Aldric RIVAT

Dieses Experiment zeigt, dass trotz aller Euphorie für Technik wichtige humanistische Fragen noch lange nicht beantwortet sind. Der Weg in die autonome Elektromobilität wird ohne Frage rasant beschritten. Steinig ist dieser aber dennoch allemal.

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