Leben

Arbeitsweg: Wie zufrieden sind die Berufspendler?

von
Dr. Kai Kaufmann

Die Schmerzgrenze ist für deutsche Berufspendler noch lange nicht erreicht. Der Mobilitätsreport 2018 zeigt, was Deutschlands Pendler in Kauf nehmen.

In einer Stadt stehen eine Reihe von Autos und ein Motorroller an einer Kreuzung.
Transportmittel Nummer 1: Die meisten Pendler nutzen immer noch das Auto für den Arbeitsweg, ergibt der Mobilitätsreport 2018. Foto: Shutterstock / Dmitry Kalinovsky

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie lange die Deutschen täglich mit dem Auto für den Job pendeln
  • In welcher Metropole der Arbeitsweg der Berufspendler besonders lang ist
  • Wann für Pendler die Nachteile überwiegen

Die meisten Pendler fahren Auto

Die Mehrheit der Pendler wäre bereit, deutlich mehr Zeit für den Arbeitsweg zu investieren, als es gegenwärtig für sie notwendig ist. Das ergibt der Mobilitätsreport 2018, für den das Karriereportal Stepstone mehr als 24.000 Fach- und Führungskräfte aus rund 400 Unternehmen befragt hat.

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Beliebtestes Transportmittel der Pendler ist immer noch das eigene Auto: Zwei von drei Pendlern ziehen es klar öffentlichen Verkehrsmitteln vor. Der Blick auf das Leben in den Großstädten ergibt mittlerweile aber ein anderes Bild: In den meisten Metropolen ist das Auto nur noch für weniger als die Hälfte der Berufspendler das aus ihrer Sicht richtige Verkehrsmittel.

Am geringsten ist die Quote der Autofahrer unter den Pendlern in Berlin: Nur 32 Prozent nutzen den Pkw für den Arbeitsweg. Dafür fahren in der Hauptstadt mehr Berufspendler mit dem Rad als in jeder anderen der zehn größten Metropolen – nämlich 23 Prozent.

Ein Fahrradfahrer fährt auf einer Fahrradspur im Straßenverkehr. Im Hintergrund ist das Heck eines Autos und die Front eines Motorrollers zu sehen.
Rad-Hauptstadt: Nirgendwo sonst in deutschen Metropolen fahren so viele Berufspendler mit dem Fahrrad wie in Berlin. Foto: Shutterstock / connel

Düsseldorfer haben den längsten Arbeitsweg

Jeder zweite Pendler ist in Deutschland pro Strecke seines Arbeitsweges bis zu 30 Minuten unterwegs. Eine Stunde Pendeln täglich – das klingt durchaus zumutbar. Nur 27 Prozent investieren mehr als eine Dreiviertelstunde pro Weg. Besonders lange brauchen die Berufspendler für ihren Arbeitsweg übrigens in Düsseldorf: 41 Prozent fahren länger als 45 Minuten zur Arbeit.

Aber da geht noch was: Für die meisten Pendler wäre sogar bis zu einer Stunde pro Strecke akzeptabel. Dann ist aber auch Schicht. Alles darüber erfährt nur noch sieben Prozent Zustimmung.

Jeder fünfte Berufspendler bemängelt seine tägliche Fahrtzeit.

Aus dem Stepstone-Mobilitätsreport 2018

Und akzeptabel bedeutet hier auch nicht höchst willkommen: „Jeder fünfte Berufspendler bemängelt zwar seine tägliche Fahrtzeit, nimmt sie aber gern für den Job in Kauf“, heißt es in der Studie. Allerdings stört nur eine von zehn Fachkräften das tägliche Pendeln so sehr, dass sie über einen Jobwechsel nachdenkt.

Berufspendler sehen Vorteile und Nachteile

Längere Pendelstrecken werden vor allem dann hingenommen, wenn dafür keine größeren Kompromisse bei der Wahl des Wohn- und Arbeitsortes hingenommen werden müssen.

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Am Ende des Tages ist eben ein Deal für die Pendler: Wiegen die Vorteile des Pendelns die Nachteile auf? Und diese Frage wird meist mit „Ja“ beantwortet. Die meisten seien, so ein Fazit des Reports, „im Großen und Ganzen zufrieden mit ihrem Arbeitsweg“. Was allerdings dafür als Teil des Deals vom Unternehmen erwartet werde, seien flexible Arbeitszeit- und Arbeitsmodelle.

Unter dem Strich ist Deutschland ein Pendlerland – und zwar mit zunehmender Tendenz. Daran ändern offenbar auch die Staus auf den Straßen nichts. Größter Pluspunkt für die Pendler ist laut Studie immer noch die Flexibilität des eigenen Fahrzeugs.

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