Leben

Apple, Netflix und Co: Die neuen Filmproduzenten

von Marten Zabel

Leerer Kinosaal
Wohin geht der Weg fürs klassische Kino? Die Konkurrenz durch Netflix oder Apple wird immer größer. Foto: Unsplash/Felix Mooneeram

Das erfahren Sie gleich:

  • Netflix-Originale & Co: Serien und Filme der klassischen Studios haben harte Konkurrenz bekommen
  • Die Tech-Unternehmen teilen sich den Markt des legalen Streamings
  • Selbst Disney arbeitet an einem eigenen Streaming-Dienst

Schon längst kommen Serien nicht mehr nur von Studios. Mit Amazon Prime, Netflix-Original-Serien und Apple-Serien drängen die Tech-Konzerne auf den Markt.

Filme legal streamen mit Netflix und anderen

Während das Internet lange Zeit eine reine Bedrohung für die Umsätze der Unterhaltungsindustrie darstellte, lassen sich Filme inzwischen legal streamen – und das bei verschiedensten Anbietern. Diese Tech-Unternehmen produzieren seit einigen Jahren erfolgreich eigene Inhalte, allen voran Netflix. In diesem Jahr kommt nun nach Amazon Prime auch Apple mit an Bord.

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Apple investiert kräftig in eigene Serien

Netflix hat mit Original-Serien wie "Orange Is the New Black" oder "Stranger Things" weltweit Erfolge gefeiert und zuletzt mit "Dark" auch seine erste deutsche Produktion abgeliefert. Im Jahr 2018 sollen acht Milliarden Dollar in die Eigenproduktionen des Streaming-Dienstes fließen, darunter Serien, Animationsstreifen und Filme.

Auch Amazon stellt eigene Inhalte her. Der Konzern konnte unter anderem die Serie "You Are Wanted" mit Matthias Schweighöfer als Hauptdarsteller, Showrunner und Produzent in Deutschland in sein Prime-Angebot aufnehmen. Der Online-Händler setzt dabei ebenfalls immer stärker auf eigene Inhalte für sein Portal.

Apple hat bereits eine Milliarde Dollar investiert.

Eine große Unbekannte im Feld der Streaming-Dienste ist Apple: Der Konzern hat bereits die Produktion von vier eigenen Serien bestellt. Es gibt zwar bisher keinen Vertriebskanal, dafür hat das Unternehmen aber schon eine Milliarde Dollar in das Vorhaben investiert.

Die Vertriebskosten schlagen das Kino-System

Gegenüber den klassischen Filmstudios haben die Tech-Unternehmen den Vorteil, dass der Vertrieb per Streaming-Dienst deutlich günstiger ist als die flächendeckende Verteilung von physischen Kopien an Kinos. Schätzungen zufolge kostet die weltweite Distribution inklusive Bewerbung eines Kinofilms heute etwa 100 Millionen Dollar – und das jenseits der eigentlichen Produktionskosten. Entsprechend müssen Filme auch erfolgreich sein, um ihr Geld wieder einzuspielen.

In Vorbereitung auf sein eigenes Portal hat Disney bereits seine Filme von Netflix abgezogen.

Die Streaming-Dienste haben dieses Problem nicht: Sie sind ihr eigenes Kino. Das einzige klassische Filmstudio, das hier eine Ausnahme darstellt, ist Disney: Der Konzern ist nicht nur groß genug, um von Kinos in vielen Ländern mehr Geld pro gezeigtem Film zu verlangen, sondern arbeitet laut Insidern auch an einem eigenen Streaming-Portal. In Vorbereitung darauf hat das Studio schon einmal seine Filme von Netflix abgezogen. Da Disney inzwischen auch Franchises wie die Marvel-Verfilmungen und Star Wars besitzt, könnte sich der Konzern mit seiner Macht tatsächlich noch auf dem Markt etablieren.

Für den Zuschauer liegen die Vorteile im Genuss frischer Inhalte daheim sowie in geringeren Kosten als bei regelmäßigen Kinobesuchen. Nachteile hat die Sache allerdings auch: Mit einer Zersplitterung des Marktes kann es keinen Anbieter geben, der alle Filme und Serien im Programm hat. Also muss ein Haushalt entweder auf bestimmte Inhalte verzichten oder mehrere Abos abschließen, wenn die Familienmitglieder die freie Wahl haben wollen.

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