Elektromobilität

Apple iCar: Baut das Unternehmen ein eigenes Auto?

von Thomas Pitscheneder

Zu den großen Automobilherstellern könnte künftig auch Apple gehören. Immer wieder tauchen Gerüchte zu einem eigenen Auto der Marke auf – so auch jüngst.

Apple-Store über einer großen Straße.
Bereits seit mehreren Jahren soll Apple an einem eigenen Auto arbeiten. Trotz strenger Geheimhaltung gelangen immer wieder neue Informationen an die Öffentlichkeit. Foto: Unsplash/Alexandr Bormotin

Das erfahren Sie gleich:

  • Wann erste Informationen zu einem Auto von Apple aufkamen
  • Was Tesla mit dem Fahrzeug zu schaffen hat
  • Welche Richtung die Entwicklung aktuell einschlägt

Bereits seit einigen Jahren wachsen Automobil- und Technikkonzerne immer enger zusammen. Sensoren, Kameras und Multimedia-Systeme in Fahrzeugen machen das notwendig. Firmen wie Nvidia sind durch die Entwicklung von autonomen Autos sogar ein fester Bestandteil der mobilen Zukunft.

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Anderen Firmen macht diese Entwicklung die Automobil-Branche erst schmackhaft. Offenbar hat auch Apple Interesse und arbeitet wohl still und heimlich an einem eigenen Auto. Die aktuellen Informationen und Gerüchte dazu gibt es hier.

Apple iCar: Team arbeitet an Projekt Titan

Der Wunsch nach einem eigenen Auto der Marke soll bis ins Jahr 2008 zurückreichen. Damals habe der Apple-Mitbegründer Steve Jobs erstmals mit dem Gedanken gespielt. Viel Zeit darüber nachzudenken blieb aber wohl nicht, denn die Vorstellung des ersten iPhones stand unmittelbar bevor.

Auf die Idee gebracht haben soll Jobs laut dem ehemaligen Vorstandsmitglied Millard S. Drexler die Veröffentlichung des Tesla Roadsters. Der Apple-Chef fand das Auto offenbar faszinierend und sah in der Elektromobilität auch für seine Firma eine Zukunft.

Der große Erfolg des iPhones und anstehende Projekte wie das iPad sorgten jedoch dafür, dass Apple die Pläne auf die lange Bank schob – für eine lange Zeit. Erst nach dem Tod von Steve Jobs im Jahr 2011 griff das Unternehmen die Idee wieder auf.

Unter dem Projektnamen "Titan" soll der neue CEO Tim Cook im Jahr 2014 den Startschuss für die Entwicklung gegeben haben. Hauptverantwortlicher soll zu diesem Zeitpunkt der Vizepräsident und ehemalige Ford-Ingenieur Steve Zadesky gewesen sein.

Erste Gerüchte zum iCar tauchten schon 2015 auf

Im Februar 2015 tauchten Gerüchte zu Apples Auto erstmals in der Öffentlichkeit auf. Nachdem das Wirtschaftsmagazin Business Insider über seltsame Vans berichtete, die über die Straßen rund um San Francisco fuhren, soll sich ein Mitarbeiter von Apple bei der Redaktion gemeldet haben.

Er behauptete, dass etwa 50 Tesla-Mitarbeiter in den Monaten zuvor zu Apple wechselten. "Apples jüngstes Projekt ist zu aufregend um es sich entgehen zu lassen", so der Informant. Business Insider erschien die Entwicklung eines eigenen Autos zu diesem Zeitpunkt jedoch noch zu unwahrscheinlich. Vielmehr glaubten die Journalisten an ein "iPhone-zu-Auto"-System. Das ist heute als Apple Carplay bekannt.

Doch die anfänglichen Gerüchte sollten sich in den folgenden Wochen und Monaten verdichten. Immer mehr große Namen der Automobilbranche stießen zu Apple oder stellten eine beratende Verbindung zur Firma her. Zudem soll es Treffen zwischen Entwicklern und verschiedenen auf autonomes Fahren spezialisierten Firmen gegeben haben.

Öl ins Feuer goss Tim Cook im Rahmen der WSJDLive im Oktober 2015. Der Apple-Chef sprach über anstehende Veränderungen in der Automobilindustrie, die die gesamte Branche verändern sollen. Genauer nannte er dabei autonomes Fahren und umfangreiche Infotainment-Systeme.

Elon Musk verspürte Druck von Apple

Anfang 2016 mischte sich auch Elon Musk in die Diskussion ein. Die Medien brachten sein Unternehmen Tesla zuvor immer wieder in Verbindung mit Apple. Investoren der Firma aus Cupertino sollen die Übernahmen von Tesla gefordert haben. Musk sagte zu der Geheimniskrämerei von Apple: "Es ist schwer etwas zu verstecken, wenn du über Tausend Ingenieure einstellst, die es umsetzen sollen."

Nur wenige Monate später schaffte es Apple erneut in die Schlagzeilen. Offenbar hatte das Unternehmen Interesse an Ladestationen für Elektroautos bekundet. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war für viele Experten klar, dass die Bemühungen von Apple deutlich in Richtung eines eigenen E-Fahrzeugs gingen.

Doch offenbar geriet Apple im Herbst 2016 in Bedrängnis. Das Unternehmen entließ eine unbekannte Nummer an Mitarbeiter an dem Projekt. Zudem stiegen einige Entwickler und Ingenieure freiwillig aus. In Folge dessen soll Apple das Team neu aufgestellt haben – mit rund 1000 verbliebenen Mitgliedern.

Testfahrten mit autonomen Autos in Kalifornien

In Folge der negativen Berichte blieb es einige Monate auffällig still um Projekt Titan. Im April 2017 tauchte die Firma dann plötzlich wieder in Zusammenhang mit Autos auf. Gerüchte sprachen davon, dass Apple Tests mit autonomen Autos auf den Straßen von Kalifornien plane.

Wenige Wochen danach sagte Tim Cook in einem Interview mit Bloomberg TV, dass sich sein Unternehmen auf autonome Systeme konzentriere. Gleichzeitig bestätigte er jedoch, dass die nicht unbedingt in einem eigenen Auto zum Einsatz kommen müssten.

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Rechtsstreit verrät weitere Details

Bis heute baute Apple seine Testfahrten für die Technik weiter aus. Mitte September stieg die Zahl der Fahrzeuge auf kalifornischen Straßen auf 70 an. Apple testet damit die drittmeisten Autos hinter General Motors Cruise und der Google-Tochter Waymo. Um eigene Fahrzeuge handelt es sich dabei aber nicht. Apple erprobt nur die Technik.

In welchem Umfang das geschieht macht ein aktueller Fall klar. Ein ehemaliger Apple-Mitarbeiter soll vor seinem Wechsel zur chinesischen Firma Xiaopeng Motors sensible Informationen aus den Datenbanken seines ehemaligen Arbeitgebers entwendet haben. Den veröffentlichten Anschuldigungen der US-Polizei ist zu entnehmen, dass etwa 5000 Mitarbeiter an dem Projekt arbeiten und rund 2700 Personen Zugang zu den damit zusammenhängenden Datenbanken haben.

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