Technik

Animatronik: Disneys Roboter arbeiten jetzt als Stuntmen und Artisten

von
Marten Zabel

Disneys Abteilung für Roboter zeigt, dass der Unterhaltungsgigant auch in Sachen High-Tech an der Weltspitze mitspielen kann.

Ansicht eines Schlosses im Disneyland Paris
Da ist noch was hinter der Fassade: Disney dreht nicht nur Filme und betreibt Freizeitparks, sondern auch eine Forschungsabteilung. Foto: Shutterstock / wonrin

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum der Disney-Konzern bei der Entwicklung von Robotern so stark ist
  • Wie neue Animatronic-Roboter als Stuntmen und Artisten fungieren
  • Welche Bereiche jenseits der Unterhaltung Disney-Technik erobern könnte

Ausgerechnet der Disney-Konzern ist einer der fortschrittlichsten Entwickler von Robotern: Obwohl das Unternehmen in der öffentlichen Wahrnehmung eher für Filme und Merchandising bekannt ist, unterhält es eine äußerst erfolgreiche Forschungsabteilung, deren Technologien nicht nur in den Freizeitparks des Konzerns zum Einsatz kommen.

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Neue Bewegtbilder von Fortschritten zeigen: Disney kann und wird demnächst wohl Roboter-Stuntshows zeigen und dürfte diese Fähigkeiten auch bei der Filmproduktion einsetzen.

Animatronic (ein Kunstwort aus "Animation" und "Electronic") ist in Disneys Themenparks schon immer ein wichtiger Aspekt gewesen: Singende Tiere und andere Charaktere aus Filmen unterhalten die Besucher in Fahrgeschäften, während animatronische Puppen in Gestalt von US-Präsidenten ein Stück Geschichte anschaulich zum Leben erwecken.

Bislang waren die Roboter allerdings äußerst stationär: Nicht nur brauchte die Technik Platz, die sich etwa im Boden oder einem Rednerpult verstecken ließ, sie musste auch äußerst robust und langlebig sein.

Jeder Roboter in einem Disney-Park muss sein Programm hunderte Male am Tag durchgehen können, ohne dabei schnell zu verschleißen. Zuverlässigkeit war dabei immer ein großer Faktor.

Animatronic lässt die Puppen fliegen

Das steht im Gegensatz zu dem, was die Besucher von Charakteren erwarten, die in Filmen äußerst beweglich daherkommen. Entsprechend hat Disneys Entwicklungsabteilung mit dem Namen Imagineering eine neue Unterabteilung gegründet: Stuntronics.

Diese baut quasi Stunt-Doubles für die weniger mobilen aber dafür in anderen Aspekten überzeugenden Roboter. Damit könnte der Park deutlich beeindruckendere Shows durchführen.

Der erste vorgestellte Stuntroboter kann am Seil schwingen und in cooler Superheldenpose durch die Luft fliegen. Dabei korrigiert die Maschine ihre Flugbahn und ihre Körperhaltung im Flug, bevor sie an einem vorher bestimmten Punkt landet.

Das ist nicht nur für den Einsatz in Show-Elementen im Freizeitpark nützlich, sondern könnte auch riskante Filmszenen ermöglichen, bei denen der Einsatz von möglichst wenig Computeranimation für einen realeren Look sorgen soll – ohne dabei das Leben von Stuntleuten zu riskieren.

Disney-Technik mit rasantem Fortschritt

Beeindruckend ist beim jetzt gezeigten Roboter auch die schnelle Entwicklung: Erst vor wenigen Monaten hatte Disney den Stickman gezeigt, der praktisch nur ein beweglicher Stab war und Trapezsprünge vorführte. Jetzt haben die Ingenieure die Technik in humanoide Form gebracht, was ihren möglichen Einsatzrahmen deutlich erweitert.

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Disney entwickelt schon seit Jahrzehnten in seiner Forschungsabteilung Technologien, die futuristisch wirken und sich nicht nur im Freizeitpark einsetzen lassen: Zuletzt haben die Entwicklern einen auf einem Bein hüpfenden und balancierenden Roboter vorgestellt. Und vor einigen Jahren zeigte der Konzern, wie eine einzelne Kupfersäule im Raum eine drahtlose Stromübertragung ermöglichen kann.

Auch das ist natürlich vor allem für die eigene Animatronic bestimmt – Roboter aus dem Hause Disney könnten aber dennoch demnächst auch andere Lebensbereiche erobern.

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