Elektromobilität

Anhänger beim Elektroauto: Mit diesen Modellen klappt es

von
Thomas Pitscheneder

Mit dem Anhänger zum Möbelhaus oder dem Wohnwagen in den Urlaub: beim Elektroauto unmöglich? Stimmt nicht, denn erste Modelle kommen mit Anhängerkupplung.

Der Audi e-tron kommt mit einer Anhängerkupplung
Wer mit dem Elektroauto unterwegs ist, muss nicht zwingend auf einen Anhänger verzichten. Modelle wie der Audi e-tron ziehen auch Lasten. Foto: AUDI AG

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Elektroautos meist keine Anhängerkupplung haben
  • Welche Modelle schon jetzt Anhänger ziehen
  • Warum Hybridautos damit keine Probleme haben

Autos sind nicht nur für den Transport von Personen gedacht, sondern sollen auch sperrige Ladung sicher von A nach B bringen können. Weil das nicht immer im Kofferraum funktioniert, gibt es Anhänger. Sie lassen sich ganz einfach hinten an das Auto hängen und bieten genug Platz für Brennholz, Möbel und vieles mehr.

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Doch nicht jedes Auto ist als Zugfahrzeug geeignet und deshalb für das Anbringen einer Anhängerkupplung gerüstet. Besonders in der Elektromobilität ist das Ziehen von Lasten noch ein Problem. Doch wieso eigentlich und welche Autos kommen trotzdem mit einem Anhänger klar?

Diese Elektroautos haben eine Anhängerkupplung

Zwar steigen immer mehr Autofahrer auf elektrische Antriebe um, auf das Ziehen eines Anhängers wollen sie aber dennoch nicht verzichten. Durch die Elektromobilität müssen Wohnwagen und andere Anhänger aber nicht aussterben. Unternehmen wie Audi und Tesla bieten schon jetzt Fahrzeuge mit Anhängerkupplung an – das Tesla Model X war sogar das erste Elektroauto mit einer solchen. Welche E-Autos als Zugpferde geeignet sind, zeigt die Tabelle:

Aktuelle Elektroautos mit Anhängerkupplung

  • Marke
  • Modell
  • Leergewicht
  • Anhängelast
  • Leistung
  • Drehmoment
  • Preis
  • Audi
  • e-tron
  • 2490 kg
  • max. 1800 kg
  • 300 kW
  • 664 Nm
  • ab 79.900 Euro
  • Jaguar
  • I-Pace
  • 2208 kg
  • max. 750 kg
  • 294 kW
  • 696 Nm
  • ab 78.240 Euro
  • Nissan
  • e-NV200
  • 1641 kg
  • max. 470 kg
  • 80 kW
  • 254 Nm
  • ab 34.105 Euro
  • Tesla
  • Model X (75D)
  • 2389 kg
  • max. 2250 kg
  • 245 kW
  • 525 Nm
  • ab 97.400 Euro

Alle aktuell bestellbaren Elektroautos mit Anhängerkupplung. (Stand: Dezember 2018)

Anhänger: Deshalb sind sie bei E-Autos rar

Damit ein Auto einen Anhänger ziehen kann, braucht es in erster Linie ausreichend Drehmoment. Das sorgt dafür, dass das Auto auch vom Fleck kommt. Außerdem muss das Fahrzeug selbst ein gewisses Gewicht besitzen, damit der Anhänger bei einem Bremsmanöver nicht zu stark anschiebt. Genau solche Gegebenheiten machen die zulässige Anhängelast aus, die bei Autos stets angegeben ist. Manche Modelle ziehen somit nur rund 500 Kilogramm, andere schaffen mehr als 1,8 Tonnen.

An Drehmoment fehlt es Elektroautos durch die Motoren nicht, auch das Gewicht ist durch die schweren Batterien kein Problem. Dennoch besitzt kaum ein Fahrzeug eine Anhängerkupplung. Der Grund dafür liegt in der Reichweite der Autos. Schon beim Verbrenner sorgen Anhängelasten für einen stark erhöhten Verbrauch. Das gilt auch für Fahrzeuge mit Elektromotor.

Viele auf dem Markt erhältliche Modelle wie die Renault Zoe, der VW e-Golf und der BMW i3 schaffen kaum mehr als 200 Kilometer. Eine Anhängelast ließe diese Reichweite zusätzlich schrumpfen. Dabei ist das Ausmaß abhängig von Gewicht und Aufbau des Anhängers. Im schlimmsten Fall schaffen die Autos rund 75 Prozent weniger Strecke.

Manche Fahrzeugklassen besser als andere

Ausreichend Leistung, ein stabiler Stand und der passende Antriebssystem erleichtern das Ziehen von Lasten. Ebenfalls praktisch ist ein ausreichend hohes Fahrwerk. Tief liegende Sportler eignen sich für Anhänger kaum, weil die Kupplung zu tief säße. Ein SUV – oder eben ein E-SUV wie der e-tron – sind deshalb besonders gut geeignet. Nicht selten sind deshalb Pferdeanhänger an entsprechenden Modellen zu sehen.

Bei einem echten Offroader sind die Rahmenbedingungen oft noch besser, denn der Allrad-Antrieb erleichtert das Anfahren und sorgt etwa bei Steigungen für mehr Stabilität. Transporter glänzen mit Leistung und dem hohen Gewicht, das gerade bei ungebremsten Lasten eine große Hilfe ist.

Doch auch Limousinen und Kompaktfahrzeuge kommen mit geringeren Anhängelasten klar. Großeinkäufe oder der Transport von kleineren Möbeln ist damit kein Problem – eine Vorrichtung für die Anhängerkupplung vorausgesetzt.

Was ist mit Hybridautos?

Hybridautos sind eine Mischung aus klassischen Verbrennern und Elektroautos. Sie besitzen gleich zwei Motoren und verbinden somit Vor- und Nachteile aus beiden Welten. Der wohl größte Vorteil liegt in ihrer erhöhten Reichweite. Zwar fahren einige Modelle dank Plug-in auch streckenweise rein elektrisch, doch auch ohne frischen Strom aus der Ladestation geht es dank eines Verbrenners weiter.

Somit sind viele der Autos wie der RAV4 Hybrid von Toyota und der der RX L von Lexus genau wie Benziner und Diesel als Zugwagen geeignet. Ein Blick in die von den Herstellern herausgegebenen technischen Daten verrät mehr über die maximalen Zuglasten der Hybride. Ein Toyota Prius schafft demnach etwa 725 Kilogramm, der RAV4 mit Allrad sogar bis zu 1650 Kilo.

Anhänger mit Akku für mehr Reichweite

Zuglasten können für Elektroautos auch eine Chance sein, um zusätzliche Reichweite zu gewinnen. Das Unternehmen Nomadic Power entwickelt etwa eine kleine Box, die sich ganz einfach hinter dem E-Auto herziehen lässt. Sie fasst einen eigenen Akku, der das Fahrzeug während der Fahrt lädt. Dabei ist eine Kapazität von 85 kWh geplant. Das kann die Reichweite laut Hersteller um 450 Kilometer erhöhen.

Updates

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Diese Art eines Range Extenders ist allerdings noch nicht reif für die Serie. Aktuell befindet sich das System noch in einer Testphase. Schon bald sollen die Boxen allerdings in einer fertigen Version zur Verfügung stehen.

Nomadic Power plant zwar auch einen Verkauf der Anhänger, vielmehr peilt die Firma aber ein Verleihsystem an. So sollen Fahrer von Elektroautos die Boxen an zahlreichen Stellen andocken und sie kurz vor ihrem Ziel wieder abgeben können. Wie genau das klappen soll, muss sich erst noch zeigen.

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