Leben

Anders Urlaub machen dank Sharing Economy

von Carola Franzke

Teilen ist Trend: Sharing Economy verändert vieles und stellt konventionelle Denkmodelle auf den Kopf – auch bei der Urlaubsplanung.

Anders Urlaub machen dank Sharing Economy
Individueller als jedes Hotelzimmer: Die Sharing Economy ermöglicht eine neue Art von Urlaub in günstigen privaten Ferienwohnungen. Foto: Unsplash/Joseph Albanese

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie die Sharing Economy die Türen zu einem besonderen Urlaubserlebnis öffent
  • Welchen besonderen Service die sogenannten Super-Hosts anbieten
  • Welche Schattenseiten der Boom hat

Sharing Economy: Urlaub bei Fremden zu Hause

Das Prinzip der Sharing Economy hat viele spannende Seiten: Fremde teilen ihre Autos, ihre Bohrmaschinen oder eben ihre Wohnung. CouchSurfing war der erste Trend in Sachen privater Übernachtung, inzwischen gibt es weitere wie BeWelcome, GlobalFreeloaders oder Hospitality Club.

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So richtig aufgemischt hat diese spezielle Form des Reisens aber zweifellos Airbnb. Seit der Gründung 2008 sind die Übernachtungszahlen in den letzten neun Jahren durch die Decke gegangen: Silvester 2011 gab es nur rund 31.000 Buchungen über Airbnb – aber zum letzten Jahreswechsel haben mehr als drei Millionen Menschen weltweit eine Wohnung oder ein Haus über Airbnb gebucht.

Es ist nicht jedermanns Sache, das Badezimmer von Unbekannten zu benutzen, in dem vielleicht sogar die Zahnbürsten der eigentlichen Bewohner stehen.

Den Menschen, die auf diese Art verreisen, geht es nicht allein darum, eine günstige Ferienwohnung von privat zu finden. Airbnb vermittelt Alternativen zu Hotels und Pensionen, spricht dabei aber nicht unbedingt die gleichen Zielgruppen an. Das Unternehmen möchte zwar auch typische Hotelbesucher wie Geschäftsreisende für private Wohnungen interessieren.

Doch es ist einfach nicht jedermanns Sache, das Badezimmer von Unbekannten zu benutzen, in dem vielleicht sogar die Zahnbürsten der eigentlichen Bewohner stehen. Sharing hat Grenzen. Airbnb ist für viele so attraktiv, weil Reisende nicht – wie bei den anderen Gastgebernetzwerken – verpflichtet sind, als Gegenleistung selbst Fremde zu beherbergen.

Geht der Boom auf Kosten von Mietwohnungen?

Das enorme Wachstum der Sharing Economy und der Airbnb-Wohnungen löst aber auch Kritik aus. Zum einen, weil der Verdacht besteht, dass die immer größer werdende Zahl von Airbnb-Wohnungen auf Kosten von Mietwohnungen geht – es für die Bewohner einer Stadt also noch schwieriger wird, zu vernünftigen Preise eine Wohnung zu mieten, als es sowieso schon ist.

Und weil offenbar immer mehr gewerbliche Anbieter bei dem Portal auftreten. In den zehn größten europäischen Städten gäbe es rund 1290 Anbieter, die mehr als eine Wohnung vermieteten, ergab eine Recherche der "Süddeutschen Zeitung".

Private, günstige Ferienwohnungen

Trotz aller Kritik: Für Reisende, die Lust haben, sich auf die Atmosphäre ihres Reiseziels einzulassen, ist so etwas wie Airbnb eine Quelle voller Inspirationen. Zum einen lassen sich so einfach günstig private Ferienwohnungen oder Zimmer finden.

Zum anderen sind da noch die sogenannten „Super-Hosts“, also Super-Gastgeber, die ihren Gästen einen besonderen Service anbieten und dafür besonders gut bewertet werden. Bei manchen ist es der gefüllte Kühlschrank, ein privates Dinner mit den Nachbarn oder tolle Geheimtipps für Restaurants und Ausflüge. Die „Super-Hosts“ lassen ihre Gäste meist ein Stück weit an ihrem eigenen Leben teilhaben, ein gemütlicher „sneak peek“ in ein fremdes Leben.

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Spezielles Flair in Airbnb-Wohnungen

In so einer privaten Ferienwohnung stört sich niemand daran, wenn man sich im Pyjama einen Kaffee einschenkt. Dafür muss man eben in Kauf nehmen, dass die Tasse vielleicht einen Sprung hat oder von der Gastgeberin selbst getöpfert wurde. So viel Lokalkolorit und individuelles Lebensgefühl kann ein Hotel einfach nicht bieten. Ebenso wenig wie das Gefühl, irgendwie „zu Hause“ zu sein. Wenn auch nicht im eigenen.

Die größten Zuwächse an neuen privat vermieteten Quartieren gibt es übrigens inzwischen außerhalb der großen Metropolen. In vielen Städten steht die Sharing Economy nämlich inzwischen auf Kriegsfuß mit gesetzlichen Bestimmungen, ob es nun um Steuern, Klauseln in Mietverträgen oder den oben beschriebenen knappen Wohnraum geht. Ein Ende des Trends ist aber dennoch nicht in Sicht.

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