Technik

Amsterdam bekommt Brücke aus dem 3D-Drucker von MX3D

von Paul Bandelin

Nach drei Jahren Planung: Anfang 2019 erreicht eine im 3D-Drucker entstandene Brücke von MX3D in Amsterdam ihren Bestimmungsort.

Ein Miniatur-Modell der 3D-Druck-Brück von MX3D.
So sieht die Brücke aus dem 3D-Drucker aus – wenn sie fertiggestellt ist. Foto: Autodesk/Joris Laarman Lab

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie eine Gracht in Amsterdam eine Brücke aus dem 3D-Drucker bekommen soll
  • Warum die Brücke aus Stahl für die Konstruktion mehr Roboter benötigte als erwartet
  • Wie MX3D das Konzept künftig erweitern will

1280 Brücken gibt es in Amsterdam – viele davon sind wunderschön, manche etwas ganz Besonderes. Doch der niederländische Designer Joris Laarman wollte mehr. Ihm ging es nicht um Schönheit oder Eleganz, sondern um die Technik hinter der Brückenkonstruktion.

In Zusammenarbeit mit dem Softwareunternehmen Autodesk, der Konstruktionsfirma Heijmans sowie den 3D-Druck-Spezialisten von MX3D arbeitet er seit über drei Jahren an einer Brücke aus dem 3D-Drucker. Anfang 2019 soll die erste Brücke aus dem 3D-Drucker dann stehen.

Amsterdamer Gracht bekommt Brücke aus 3D-Drucker

Die Idee des Vorhabens klang spektakulär: An zwei Ufern einer Amsterdamer Gracht sollten sich zwei futuristische Drucker gegenüber stehen und dann zeitgleich beginnen, eine Brücke zu fertigen, die irgendwann in der Mitte zusammenfindet. Die „Drucker“ haben zwar in ihrer Funktionsweise ein paar Gemeinsamkeiten mit ihren Artgenossen aus dem Büro, sind aber eher als Roboter einzustufen.

Aber die Konstruktion lief anders als geplant: Vier statt nur zwei Metalldruck-Roboter von MX3D sind es letztendlich geworden, die an der Brücke gearbeitet haben. Zudem verschoben die Macher das Projekt in eine Lagerhalle und wollen erst das fertige Bauwerk an den Bestimmungsort bringen.

Stahlbrücke mit vier Robotern erschaffen

Mitte Juli 2018 steht die Brücke kurz vor der Vollendung. Sie misst zwölf Meter in der Länge und sechs Meter in der Breite. Insgesamt verbauten die Roboter 4,5 Tonnen rostfreien Stahls sowie 1100 Meter Draht.

Indem wir eine funktionstüchtige Brücke in Lebensgröße drucken, können wir die endlosen Möglichkeiten der neuen Technik zeigen.

Joris Laarman, Designer

Dafür erhitzten die Roboter das Metall auf bis zu 1500 Grad Celsius und spritzten es dann aus den speziell entwickelten Druckköpfen in die Luft. Dort verfestigte es sich – ein Gerüst gab es dabei nicht. Über insgesamt sechs Monate hinweg trugen sie den Stahl so Schicht für Schicht auf.

Anfang 2019 soll die Brücke dann an ihren finalen Bestimmungsort gelangen, der im nördlichen Bereich des Rotlichtmilieus „De Wallen“ liegt. Ursprünglich war ein zentraleres Ufer in dem Viertel geplant. Die unzureichende Beschaffenheit der Kanalmauern konnte aber keine ausreichende Sicherheit garantieren. Zudem werden an der neuen Stelle weniger Passanten erwartet, was eine leichtere Installation des Bauwerks ermöglicht.

MX3D plant weitere Brücken

Das Ziel Laarmans war es zu zeigen, „wie der 3D-Druck jetzt auch in großem Maßstab für funktionale Objekte und mit nachhaltigen Materialien entstehen kann. Gleichzeitig haben wir eine noch nie dagewesene Freiheit in der Form.“

Für das Unterfangen gab es mehrere Designkonzepte, am Ende ist es futuristisch geworden. Die vielen geschwungenen Linien verdeutlichen das. Auf der ganzen Brücke gibt es beispielsweise keine einzige gerade Linie.

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Wie futuristisches Bauen aussieht, zeigte Amsterdam erst kürzlich bei der Stromversorgung und den Stromspeichern des größten Stadions des Landes: der Johan Cruijff Arena.

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