Leben

Amazon-Gründer Jeff Bezos baut die größte Uhr der Welt

von Marten Zabel

Jeff Bezos finanziert den Bau der größten Uhr der Welt. 10.000 Jahre soll die Maschinerie fast ohne Wartung arbeiten – und wird so zur riesigen Zeitkapsel.

Ein roter Sandstein-Berg im Westen des US-Bundesstaat Texas. Im Hintergrund sind Steppe und der Himmel zu sehen.
Die größte – und wahrscheinlich auch langlebigste – Uhr der Welt soll zukünftig in diesem Berg im Westen des US-Bundesstaates Texas entstehen. Foto: Courtesy The Long Now Foundation

Das erfahren Sie gleich:

  • Wieso die größte Uhr der Welt in einem Berg in Texas gefertigt wird
  • Welchen Anteil Amazon-Gründer Jeff Bezos am Bau des Jahrtausendprojekts hat
  • Wie die Mechanismus als Zeitkapsel funktionieren soll

Riesiges Meisterstück: Die größte Uhr der Welt

Die „10,000 Year Clock“ ist eine Mischung aus Kunstprojekt und Meisterleistung der mechanischen Ingenieurskunst. Die größte Uhr der Welt hat eine Höhe von über 150 Metern. Die in einen Berg eingelassene Mechanik soll für die Ewigkeit sein. 10.000 Jahre lang soll der Mechanismus funktionieren, angetrieben von einer Mischung aus Gewichten und den Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht.

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Ein Modell der 10.000 Jahre Uhr; ein Modell eines Menschen veranschaulicht die Größenverhältnisse.
Ein Modell der größten Uhr der Welt zeigt die Größenverhältnisse zwischen Mensch und Maschine. Foto: Courtesy The Long Now Foundation

Baubeginn bei der größten Uhr der Welt

Die größte Uhr der Welt entsteht derzeit in einem ausgehöhlten Berg im US-Bundesstaat Texas. Sie soll die Menschheit daran erinnern, was im Leben wirklich zählt: langfristig zu denken und sich zu entschleunigen. Mehr als zwei Jahrzehnte, nachdem der Software-Pionier Danny Hillis die Idee in einem Artikel veröffentlicht hat, wird sie nun Realität. Der Amazon-Gründer Jeff Bezos hat einen großen Beitrag zur Finanzierung geleistet und 42 Millionen US-Dollar für das Projekt gespendet. Nun entsteht die Uhr aus vorgefertigten Teilen, die Tüftler in den vergangenen Jahren angefertigt haben.

Wenn die größte Uhr der Welt läutet, dann tut sie das in einer einzigartigen Klangfolge. In den zehn Jahrtausenden ihrer erhofften Laufzeit wird sie diese nicht wiederholen. Wollen die Besucher des abgelegenen Stollens, der nur zu Fuß erreichbar ist, die Zeit angezeigt sehen, müssen sie dafür selbst Kraft aufwenden. Das Pendel der Uhr wird mit Hilfe eines Fensters aus Saphirglas mit der Mittagssonne synchronisiert. So bleibt die Uhr auch nach Jahrtausenden noch genau.

Zeitkapsel für eine ungewisse Nachwelt

Die Long Now Foundation möchte mit diesem und anderen Projekten die Menschheit auf langfristiges Denken und Nachhaltigkeit einschwören. Eine der Rahmenbedingungen für die Konzeption der Uhr war, dass sie sich auch mit einfachen Werkzeugen auf dem technischen Stand der Bronzezeit warten lässt. Wartung soll allerdings nur äußerst selten nötig sein, wenn überhaupt.

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Die Funktionsweise der Uhr lässt sich bei genauer Untersuchung am laufenden Gerät erkennen. Als eine Art Zeitkapsel ist sie gut geeignet, um den heutigen Stand mechanischer Technik zu vermitteln. Ob nun möglichen Bewohnern einer postapokalyptischen Wüste oder hoch entwickelten posthumanen Wesen utopischer Gesellschaften. Die Entschlüsselung der mechanischen Digitallogik dieses elektrizitätslosen Computers fordert jedenfalls von den Menschen der Zukunft ein hohes Maß an logischem Verständnis.

Ausblick vom Berg in eine große Steppe, im Hintergrund geht die Sonne unter.
Baustelle mit schönem Ausblick: Der Berg, in dem die größte Uhr der Welt entstehen soll, gibt den Blick auf eine weite Steppe frei. Foto: Courtesy The Long Now Foundation

Jeff Bezos könnte langfristig Touristen anlocken

Der abgelegene Ort ist ideal für den Bau der 10,000 Year Clock. Weit ab von störenden seismischen Verwerfungen und nahe bei sehr alten Fichten, die mit 5000 Jahren zu den ältesten Lebewesen überhaupt zählen. Ein Ort, der Entschleunigung und langfristiges Denken auf mehr als eine Art spiegelt. Allerdings plant Jeff Bezos in der Nähe einen Raumhafen für sein privates Weltraumprojekt Blue Origin. Entsprechend könnten Weltraumtouristen künftig einen Abstecher zur großen Uhr machen.

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