Leben

Amazon Go: Das Geschäft ohne Kasse kommt nach Europa

von Leonie Butz

Amazon Go ist ein Supermarkt, der auf die Kasse verzichtet. Das Modell ist in den USA so erfolgreich, dass Expansionspläne nach Europa im Gespräch sind.

Ladenfront des ersten Amazon-Go-Geschäfts in Seattle
Einkaufen, ohne an der Kasse anstehen zu müssen: In der ersten Filiale von Amazon Go läuft alles über eine App, Sensoren und Kameras. Foto: picture alliance/AP Photo

Das erfahren Sie gleich:

  • Amazon Go ist in den USA so erfolgreich, dass sechs weitere Filialen folgen sollen
  • Expansionspläne in Richtung Europa gibt es bei Amazon auch bereits
  • Das Geschäft ohne Kasse macht den Einkauf leichter – und den Kunden noch transparenter

Amazon Go erobert die USA

Knapp vier Wochen ist es her, dass in Seattle der erste Amazon-Go-Shop eröffnet hat. Das Geschäft ohne Kasse scheint seither ein so großer Erfolg zu sein, dass Amazon bereits seine Expansionspläne vorgestellt hat: So schnell wie möglich sollen in Seattle weitere vier Filialen entstehen. Offenbar stehen sogar bereits die Standorte fest, berichtet "Recode".

Neben Seattle hat Amazon auch Los Angeles ins Auge gefasst. Erste Verhandlungen über Standorte laufen wohl bereits – unter anderem ist ein Luxus-Einkaufszentrum im Gespräch.

Europaexpansion von Amazon Go

Aber Amazon Go macht längst nicht an der US-Grenze Halt. Auch in Frankreich und Großbritannien laufen wohl bereits Gespräche zu Expansionsplänen. In Frankreich haben Supermarktketten wie Morrissons oder Intermarché bereits Interesse an einer Kooperation angekündigt.

Irgendwann, so heißt es von Amazons Deutschland-Chef Ralf Kleber, soll auch hierzulande ein Amazon-Go-Markt entstehen. Konkrete Pläne gibt es aber offenbar noch nicht.

Was ist Amazon Go eigentlich?

Wie toll wäre es, die Lebensmittel einfach in den Einkaufskorb zu packen und ohne das Anstehen an der Kasse aus dem Geschäft spazieren zu können!

Natürlich geht es dabei nicht darum, die Sachen zu klauen – sondern um den kassenlosen Supermarkt von Amazon: Amazon Go. Mit App, unzähligen Kameras und einer Lichtschranke, die die Codes auf den Lebensmitteln scannt, öffnete der Supermarkt in dieser Nacht in Seattle seine Türen.

Amazon Go: Das Geschäft ohne Kasse

Aber wie funktioniert das genau? Für den Einkauf benötigen Kunden die App von Amazon Go. Ohne sie gewähren die Türen keinen Einlass. Zur Begrüßung steht am Eingang des Geschäfts ein Mitarbeiter, der den Ablauf für Neulinge erklärt. Das Smartphone samt App öffnet die Türen – und checkt die Kunden sozusagen über Sensoren am Eingang ein.

Erst einmal im Laden angekommen, läuft der Einkauf ganz normal ab: Was gefällt, landet im Einkaufskorb. Das Sortiment reicht dabei von frisch zubereiteten Speisen über fertige Mahlzeiten und Snacks bis zu Getränken und Alkohol. Bei den alkoholischen Getränken ist ein Mitarbeiter vor Ort, der gegebenenfalls den Ausweis der Kunden kontrolliert.

Hier scheint die Technik noch nicht ausgereift zu sein, denn immer wieder müssen Mitarbeiter helfen, wenn die Technik streikt.

Was überhaupt im Einkaufskorb landet, das scannen Sensoren an den Regalen – und so landet die Ware dann auch im virtuellen Einkaufskorb. Was doch nicht mit soll, legen Kunden zurück. Das System entfernt das Produkt dann aus dem Warenkorb. Hier scheint die Technik aber noch nicht ausgereift zu sein, denn immer wieder müssen Mitarbeiter helfen, wenn die Technik streikt. Und einige Kunden berichten von Waren, die das System nicht erfasst hat.

Aber wenigstens bleiben so keine verwaisten Lebensmittel mehr liegen, wo sie nicht hingehören. Wem sind nicht schon einmal Kühl- oder sogar Tiefkühlwaren in ungekühlten Regalen in Kassennähe aufgefallen – weil Kunden sich gegen das Produkt entschieden haben, aber nicht in die entsprechende Abteilung zurücklaufen wollten.

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Besonders für Menschen, die sich bisher gegen Dienste wie Payback gewehrt haben, ist die Überwachung durch ein solches System sicherlich ein Graus. Nicht nur scannt das System alle Einkäufe, die wir tätigen. Es schaut auch dauerhaft per Kamera zu und lernt uns so immer besser kennen. Wir werden gläsern, und Amazon erhält so noch mehr der wichtigsten Währung für Mega-Konzerne: Daten seiner Nutzer.

Aber das ist wohl der Preis für die Bequemlichkeiten, die das Geschäft ohne Kasse bietet. Aber ob ein solches System hierzulande überhaupt praktikabel wäre, das ist bisher fraglich. Denn noch immer zahlen Deutsche am liebsten bar – das ergab vor rund einem Jahr eine Untersuchung des Bezahlverhaltens durch das Handelsinstituts EHI. Neue Systeme, wie das Bezahlen per Kontakt über Near Field Communication (NFC), laufen hierzulande hingegen nur schleppend an.

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