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Alternative zur ISS: Die NASA plant eine Raumstation im Mondorbit

von Marten Zabel

Die Mondpläne der NASA werden konkret: Eine neue Raumstation soll künftig um den Erdtrabanten kreisen und die ISS als Außenposten im All ablösen.

Aufnahme des Mondes. Links im Bild die von der Sonne abgewandte Seite, rechts die erleuchtete Seite.
Der Mond ist im Mittel rund 384.400 Kilometer von der Erde entfernt. Foto: NASA/JPL-Caltech/Space Science Institute

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum die NASA eine neue Raumstation plant
  • Wie die neue Mondbasis als Vorposten im All fungiert
  • Wann der Bau der neuen Raumstation beginnen soll

Eine neue Raumstation nach dem Ende der ISS

Mit dem kommenden Ende der Finanzierung für die Internationale Raumstation ISS will die NASA einen neuen bemannten Außenposten im All errichten. Anders als bisherige Projekte soll die neue Basis allerdings nicht im nahen Erdorbit fliegen, sondern um den Mond kreisen.

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Eine besondere Umlaufbahn soll sie dabei zum Wegbereiter für bemannte Missionen zur Oberfläche des Erdtrabanten machen. Daher stammt der Name der geplanten Station: Lunar Orbital Platform-Gateway.

Den geplanten Orbit für die Raumstation nennen die Forscher Near Rectilinear Halo Orbit (NRHO). Dies ist eine äußerst exzentrische Umlaufbahn: Aus Sicht des Mondes kreist die Raumstation dabei sehr nah an der erdzugewandten Seite, um dann auf der Rückseite weit ins All zu verschwinden.

Das soll der Station auf der einen Seite gute Beobachtungsmöglichkeiten und auf der anderen Seite wenig Schatten und möglichst viel Sonnenenergie einbringen.

Die Mondbasis als erster Schritt auf den Mond

Das neue Mondprojekt, das die NASA nun in die Planungsphase gebracht hat, wäre eine Zwischenlösung für die Zeit zwischen zwei anderen Großprojekten: Zum einen will sich die US-Raumfahrtbehörde aus der Finanzierung und dem Betrieb der Internationalen Raumstation ISS zurückziehen, andererseits plant sie eine Wiederbelebung bemannter Missionen zur Mondoberfläche.

Der Ausstieg aus der ISS ist für spätestens 2025 angesetzt – und die anderen Geldgebernationen wissen noch nicht, wie sie den fortlaufenden Betrieb der Station dann gewährleisten sollen.

Seit fast zwei Jahrzehnten ist es das Ziel von Wissenschaftlern, eine Basis in der Nähe des Mondes zu schaffen.

NASA-Techniker Harley Thronson gegenüberdem Portal space.com

Langfristig will die NASA eine permanente Präsenz auf dem Erdtrabanten einrichten, eine echte Mondbasis also. Die neue Raumstation wäre ein Schritt auf dem Weg dorthin und ein Ort, von dem aus ein geeigneter Platz gesucht werden könnte.

Der besondere Orbit ermöglicht es der Station, diverse Punkte auf der Mondoberfläche zu überfliegen. Die äußerst instabile Umlaufbahn macht allerdings regelmäßige Anpassungen notwendig: Einmal pro Woche werden Korrekturdüsen arbeiten müssen, damit die Station auf Kurs bleibt.

Platz für vier Astronauten im Weltall

Der Bau der neuen Raumstation soll bereits 2022 mit der Positionierung von Antriebsmodul und Stromversorgungsmodul im Mondorbit beginnen. Die Größe der ISS wird das Projekt nicht erreichen: In den drei Jahren des Baus soll die Station ein Wohnmodul, ein Logistikmodul und Luftschleusen erhalten und dann Platz für bis zu vier Astronauten haben.

Damit hätte das Projekt eine ähnliche Größe wie die chinesische Raumstation Tiangong 2 oder die erste US-Raumstation Skylab, die in den frühen 1970ern um die Erde kreiste.

Anfang 2019 sollen die ersten Entwicklungsverträge für die benötigte Technik der Module mit Privatfirmen geschlossen werden. Auch internationale Partner wünscht sich die NASA für die Finanzierung des Projekts.

Der kleine ISS-Nachfolger wäre einen Schritt weiter draußen in den Tiefen des Alls – und könnte als Prototyp für das schon länger angedachte Deep Space Gateway dienen, einer Station, von der aus bemannte Flüge zum Mars und zu anderen Welten gestartet werden könnten.

Übrigens: Nicht nur staatliche Behörden wie die NASA arbeiten an neuen Raumfahrtprojekten, sondern auch private Unternehmen wie SpaceXoder Bigelow Space Operations des Hoteliers Robert Bigelow.

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