Elektromobilität

Alternative zum E-Bike: Hier rollt ein Laufband heran

von Roland Kontny

So schnell waren Sie noch nie zu Fuß: Das Lopifit ist ein Laufband auf zwei Rädern. Dank Elektromotor kommen Benutzer auf bis zu 25 km/h – ganz ohne Schwitzen!

Alternative zum E-Bike: Hier rollt ein Laufband heran
Jeder Gang macht schlank: Das Lopifit ist eine Art Laufband für draußen. Foto: Lopifit

Das erfahren Sie gleich:

  • Ein Niederländer hat eine Mischung aus Heimtrainer und Laufrad erfunden
  • Das Laufband für draußen erreicht bis zu 25 km/h
  • Die Benutzer können im Gehen mühelos Fahrradfahrer überholen

Ein Laufband wie aus dem Fitnessstudio

Der Anblick dieses Fahrzeugs ist so ungewöhnlich und anders als alles Bekannte, dass man zuerst an einen Filmtrick oder eine Computeranimation glaubt: Auf der Standfläche eines überdimensionalen Tretrollers treibt der Fahrer ein Laufband wie aus einem Fitness-Studio an. Ins Schwitzen kommt er dabei nicht, denn auch bei voller Fahrt ist er auf dem Laufband stets im Schritttempo unterwegs. Besonders witzig sieht es aus, wenn er in diesem Flaniertempo einen Radfahrer überholt, der gerade ordentlich in die Pedale tritt.

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Dass das Ganze so mühelos aussieht, liegt an einem Elektromotor, der mit dem Hinterrad verbunden ist. Ganz wie bei einem herkömmlichen E-Bike schaltet der sich zu, wenn der Fahrer – oder Geher? – mit dem Laufen auf dem Band beginnt. Dabei wird auch das Laufband unterstützt und somit eine gleichmäßige Gangfrequenz vorgegeben. Die Wahl einer von fünf Fahrstufen bestimmt die Endgeschwindigkeit, die zwischen 6 und 25 km/h liegt. Damit besteht keine Helmpflicht. Maximale Zuladung: 125 Kilogramm – in den allermeisten Fällen sicher genug für einen Fahrer und sein Gepäck.

Wieder langsamer wird das 55 Kilogramm schwere Fahrzeug mit dem Ziehen der beiden Handbremshebel: Mit Links stoppt das Laufband, beispielweise für eine Bergabfahrt; mit rechts werden Motor und Räder gebremst. Der Akku ist in vier Stunden wieder aufgeladen und kann dafür abgenommen werden. Eine Anzeige am Lenker informiert über den Ladezustand. Das Laufband ist so beschichtet, dass man auch bei Regen nicht darauf ins Rutschen kommt. An Vorder- (28 Zoll) wie Hinterrad (20 Zoll) sind Scheibenbremsen. Passende Packtaschen sind laut Deutschland-Importeur in Arbeit.

Mit dem Heimtrainer in die Natur

Erfunden hat es Bruin Bergmeester. Der Niederländer fragte sich vor einigen Jahren, ob er aus seinem Heimtrainer, einem Fitness-Laufband, nicht irgendwie ein Laufrad machen könnte, um an die frische Luft kommen könnte – und schraubte über den Winter auf seinem Couchtisch im Wohnzimmer den ersten Prototypen des Lopifit zusammen. Übersetzt heißt das übrigens so viel wie „Lauf dich fit“.

Lopifit geparkt am See
Der macht sich laaaang: Das Lopifit ist 2,22 Meter lang und rund 1900 Euro teuer. Foto: Lopifit

Anfangs sind wir den vielen Bestellungen gar nicht hinterhergekommen.

Heute entstehen die Fahrzeuge in Serie, den Vertrieb hat ein darauf spezialisiertes Unternehmen übernommen. Nach eigenen Angaben mit Erfolg: Anfangs sei man den vielen Bestellungen gar nicht hinterhergekommen, erklärt Rob van Oijen gegenüber einem Fernsehsender. Inzwischen liefere man nicht nur innerhalb Europas aus, sondern auch in die USA, Südamerika und sogar in arabische Länder. In diesen Regionen sei das Fahrzeug deshalb interessant, weil sich darauf die dort in der Regel lange, lockere Kleidung nicht so verheddere und besser handhaben ließe als auf einem Fahrrad.

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Das Laufrad kostet rund 1900 Euro

Hierzulande ist das Laufrad für Erwachsene in sechs Farben erhältlich und kostet etwa 1900 Euro. Das scheint zunächst viel für ein Fahrzeug, das auf den ersten Blick ein Gadget ist, ein Spielzeug. Zudem ist das Vehikel eher arm an Design und sieht mit seiner klassischen Rahmenkonstruktion und den für einen Roller ungewohnten Abmessungen eher klobig als flott aus. Auch ist der Wendekreis des 2,22 Meter langen Lopifit im Vergleich zu einem Fahrrad deutlich größer.

Mit Gepäckträger, optionalem Staukoffer und einerReichweite von 50 bis 70 Kilometern ist es aber eine interessante Alternative zu einem konkurrenzfähigen Preis für Kunden, die nach einem praktischen und umweltfreundlichen Fahrzeug suchen und denen ein E-Bike zu langweilig ist – oder die bei der Arbeit nicht mit zerknitterter Kleidung ankommen wollen. Zweifel oder Begeisterung dürfte letztlich eine Probefahrt auslösen. Eine Sorge müssen sich Kaufinteressierte laut Hersteller nicht machen: Bis auf den Rahmen und den Akku besteht das Lopifit aus gängigen Fahrrad-Bauteilen. Reparaturen seien daher in jeder Fachwerkstatt zu üblichen Preisen möglich.

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