Technik

Alternative Antriebe: Diese Erdgasfahrzeuge gibt es schon

von
Michael Penquitt

Erdgas wurde lange Zeit als Kraftstoff vernachlässigt. Mittlerweile setzen viele Hersteller auf Erdgasautos als günstige Alternative zu Benzin und Diesel.

Der Seat Arona TGI mit bivalentem Turbomotor
Erdgasfahrzeuge bieten eine bessere Umweltbilanz als herkömmliche Verbrenner. Der Seat Arona TGI lässt sich jedoch auch mit Superbenzin fahren. Foto: Seat

Das erfahren Sie gleich:

  • Was der Unterschied zwischen Erdgas und Autogas ist
  • Welche Vorteile ein Erdgasantrieb hat
  • Welche Erdgasfahrzeuge derzeit erhältlich sind

Erdgasfahrzeuge sind nicht so sexy wie Elektroautos. Schließlich verbinden viele damit weniger eine hochtechnologisierte, digitale Zukunft als den Antrieb durch einen klassischen, fossilen Brennstoff, dessen Potential lange unbeachtet blieb. Vor allem dessen vergleichsweise umweltfreundlichen Eigenschaften werden jetzt, in Zeiten des rasanten Klimawandels und der Dieselfahrverbote, hoch geschätzt.

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Wir erklären, wieso sich der Erdgasantrieb lohnt und welche Modelle derzeit in Deutschland erhältlich sind.

Übersicht aktuell verfügbarer Autos mit CNG-Antrieb

  • Modell
  • Grundpreis
  • Leistung
  • Offizieller Kraftstoffverbrauch auf 100 km
  • CO2-Emission pro km, kombiniert nach NEFZ
  • Reichweite mit Erdgas
  • Fiat 500L Natural Power
  • ab 21.190 €
  • 80 PS (59 kW)
  • 3,9 kg
  • 105 g
  • 359 km
  • Fiat Panda Natural Power
  • ab 15.690 €
  • 80 PS (59 kW)
  • 3,1 kg
  • 85 g
  • 387 km
  • Fiat Punto Natural Power
  • ab 15.990 €
  • 70 PS (51 kW)
  • 4,2 kg
  • 115 g
  • 310 km
  • Fiat Doblò Natural Power
  • ab 22.090 €
  • 120 PS (88 kW)
  • 4,9 kg
  • 136 g
  • 502 km
  • Fiat Ducato Natural Power
  • ab 40.190 €
  • 136 PS (100 kW)
  • 9,4 kg
  • 134 g
  • 400 km
  • Fiat Fiorino Natural Power
  • ab 17.196 €
  • 70 PS (51 kW)
  • 4,4 kg
  • 119 g
  • 300 km
  • Fiat Qubo Natural Power
  • ab 15.290 €
  • 70 PS (51 kW)
  • 4,3 kg
  • 119 g
  • 307 km
  • Opel Astra 1.4 ECOTEC CNG
  • ab 25.090 €
  • 110 PS (81 kW)
  • 4,1 kg
  • 113 g
  • 460 km
  • Seat Arona TGI
  • ab 19.820 €
  • 90 PS (66 kW)
  • 3,5 kg
  • 98 g
  • 386 km
  • Seat Ibiza TGI
  • ab 17.510 €
  • 90 PS (66 kW)
  • 3,3 kg
  • 92 g
  • 418 km
  • Seat Leon TGI
  • ab 23.650 €
  • 130 PS (96 kW)
  • 3,5 kg
  • 98 g
  • 506 km
  • Seat Leon ST TGI
  • ab 24.850 €
  • 130 PS (96 kW)
  • 3,5 kg
  • 98 g
  • 506 km
  • Seat Mii Ecofuel
  • ab 13.960 €
  • 68 PS (50 kW)
  • 3,0 kg
  • 83 g
  • 366 km
  • Skoda Citigo G-TEC
  • ab 12.720 €
  • 68 PS (50 kW)
  • 4,5 m³
  • 81 g
  • 380 km
  • VW Caddy TGI
  • ab 22.396 €
  • 110 PS (81 kW)
  • 7,0 m³
  • 126 g
  • 630 km
  • VW eco up!
  • ab 13.405 €
  • 68 PS (50 kW)
  • 3,0 kg
  • 82 g
  • 380 km
  • VW Golf TGI
  • ab 26.780 €
  • 130 PS (96 kW)
  • 3,6 kg
  • 98 g
  • 380 km
  • VW Polo TGI
  • ab 20.550 €
  • 90 PS (66 kW)
  • 3,2 kg
  • 88 g
  • 429 km

Die Liste wird regelmäßig aktualisiert (Stand: Februar 2019). Alle Angaben ohne Gewähr. Quelle: Zukunft Erdgas e.V.

Wo kommt Erdgas her und wo geht es hin?

Erdgas tritt häufig in denselben unterirdischen Lagerstätten auf wie Erdöl. Auch der Anteil von sogenanntem Bio-Erdgas, das aus Bioabfällen und Gülle gewonnen wird, steigt kontinuierlich. An der Zapfsäule findet sich der Kraftstoff unter dem Kürzel CNG wieder, welches für Compressed Natural Gas steht. Zu Zwecken der Lagerung und des Transports wird das vor allem aus Methan bestehende Gas auf weniger als ein Prozent seines ursprünglichen Volumens verdichtet.

Zu unterscheiden ist das CNG vom flüssigen Autogas, kurz LPG, welches kein Erdgas ist. Es ist ein Nebenprodukt der Erdölraffination und wird momentan noch an deutlich mehr Tankstellen angeboten als CNG. Das liegt daran, dass in den vergangenen Jahren verhältnismäßig wenige Erdgas-Modelle zum Kauf erhältlich waren. Die meisten Autofahrerinnen und Autofahrer, die auf einen Gasantrieb gesetzt haben, haben sich stattdessen ihren Benziner kostengünstig zu einem LPG-Auto umrüsten lassen.

Diese können derzeit deutschlandweit aus knapp 6.500 Tankstellen wählen, an denen LPG verfügbar ist. Dem gegenüber stehen nur rund 900 CNG-Tankstellen. Doch während der Zenit des LPG-Antriebs jetzt schon als überschritten gilt, soll das CNG-Netz in den kommenden Jahren stark wachsen.

Welche Vorteile bietet Erdgas?

Erdgasautos sind nahezu in jeglicher Hinsicht anderen mit Diesel oder Benzin betriebenen Fahrzeugen überlegen. Das fängt bereits an der Zapfsäule an. Es ist nicht leicht, die Preise miteinander zu vergleichen, da Erdgas in Kilogramm angeboten wird und jeder Kraftstoff einen anderen Energiegehalt aufweist. Diese Uneinheitlichkeit ist nicht gerade transparent und macht es den Kunden schwer, die Kosten selbst abzuschätzen. Mit Erdgas kommt man allerdings laut allen Berechnungen deutlich günstiger weg als mit Benzin oder Diesel. Auch der Kostenvorteil gegenüber Autogas wird in den kommenden Jahren wachsen, da die aktuellen Steuerermäßigungen für LPG bereits 2022 auslaufen, die für CNG erst 2026.

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Diese Steuervorteile sind der deutlich besseren Umweltbilanz zu verdanken. Fahrzeuge mit Erdgasantrieb stoßen bis zu 25 Prozent weniger CO2-Emissionen als Benziner aus. Zudem wird nur ein Bruchteil der Mengen an Stickoxid und Feinstaub freigesetzt, die bei Diesel- oder Benzinfahrzeugen entstehen.

Lediglich die vermeintlich geringe Reichweite sehen manche als Problem. Doch das ist stark übertrieben: Alle in Serie erhältlichen Erdgasfahrzeuge schaffen mindestens 300, die meisten auch mehr als 400 Kilometer. Zusätzlich haben viele Modelle auch einen Benzintank eingebaut, der dann zu tragen kommt, wenn der Primärtank leer wird.

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