Elektromobilität

Als Stromspeicher: Stadion nutzt alte E-Auto-Batterien

von Leonie Butz

Die Johan Cruijff Arena in Amsterdam nutzt E-Auto-Batterien als Stromspeicher für die eigene Solaranlage – so ist das Stadion unabhängig vom Stromnetz.

Die Johan Cruijff Arena des FC AJAX.
Die Johan Cruijff Arena des FC AJAX ist mit mehr als 50.000 Plätzen das größte Stadion der Niederlande. Foto: Shutterstock / Michael715

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie alte und neue E-Auto-Batterien als Stromspeicher in der Johan Cruijff Arena dienen
  • Wie sich so Energieeffizienz und Nachhaltigkeit steigern lassen
  • Warum das Stadion auf diese Weise vom Netz unabhängig ist

Nachhaltigkeit und Solarenergie – das sind nicht unbedingt die ersten Schlagworte, die Stadion-Besuchern in den Sinn kommen. Aber genau das stand beim Bau der Johan Cruijff Arena in Amsterdam im Zentrum, dem mit 54.000 Plätzen größten Station der Niederlande.

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Jüngst erhielt das Fußball-Stadion, das über eine eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach verfügt, Stromspeicher aus alten und neuen E-Auto-Batterien. So erhält die in den Niederlanden äußerst populäre Elektromobilität ein zweites Leben in Form von Energiespeichern.

E-Auto-Batterien als Stromspeicher

Das Stadion in den Niederlanden ist das erste seiner Art in Europa, das ein schließbares Dach mit 4200 Photovoltaik-Modulen darauf hat. Diese versorgen die Anlage mit Strom. Bisher musste die Arena überschüssigen Strom an das allgemeine Stromnetz abgeben – mit den Stromspeichern aus E-Auto-Batterien bleibt der Strom jetzt vor Ort.

148 Elektroauto-Batterien von Nissan – mit einer Leistung von 3000 kW und einer Kapazität von 2800 kWh – stehen jetzt in der Johan Cruijff Arena. Teils sind die Batterien, die eigentlich in den Nissan Leaf gehören, neuwertig. Ein Teil der Akkus war aber bereits in E-Autos verbaut und erhält so ein zweites Leben als Speicher im Stadion.

Ein Stadion macht sich vom Netz unabhängig

Das macht die Anlage nachhaltiger und energieeffizienter. Denn die Energie vor Ort zu produzieren, zu speichern und zu nutzen ist ressourcen- und energieschonend. Außerdem lässt sich so Solarstrom produzieren, wenn das Stadion nicht in Benutzung ist. Bei Spielen oder Konzerten kommt die gespeicherte Energie dann zum Einsatz.

Dank des Stromspeichers kann das Stadion erneuerbare Energien intelligenter einsetzen und sogar verfügbaren Speicherplatz wirtschaftlich nutzen – um das öffentliche Netz in Holland zu stabilisieren.

Henk van Raan, Direktor der Johan Cruijff Arena

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Zusätzlich ist die Arena mit der Photovoltaikanlage und dem dezentralen Speicher nicht mehr vom Stromnetz anhängig. Sie müsste die überschüssige Energie nicht mehr abgeben – umgekehrt könnte die Anlage Überlastungen des Netzes abfangen und speichern. Und auch ein Stromausfall würde das Stadion nicht mehr empfindlich treffen. Wenn sich das System bewehrt, könnte das eine spannende Alternative zur herkömmlichen Stromquelle für große Anlagen wie Arenen, Stadien & Co. sein.

Alte Auto-Batterien als Stromspeicher, das ist keine neue Idee von Nissan und den Stadionbetreibern in Amsterdam. Alte E-Auto-Akkus erhalten etwa in Windkraftanlagen ein zweites Leben. Andere Projekte recyceln die Akkus – um die wertvollen Metalle wiederzuverwerten.

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