Technik

ALFA-X: Der schnellste Shinkansen geht noch 2019 auf Jungfernfahrt

von
Carola Franzke

Weniger Lärm, mehr Komfort und Sicherheit: In Japan soll bald der schnellste Shinkansen auf Testfahrt gehen. Der Schnellzug schafft 360 km/h!

Der bisher unfertige Triebwagen des neuen Shinkansen ALFA-X.
Bisher noch unfertig: Der Triebwagen des neuen Shinkansen ALFA-X. Foto: picture alliance/AP Images

Das erfahren Sie gleich:

  • Wann der neue Shinkansen ALFA-X das erste Mal auf die Schienen darf
  • Warum der Zug trotz der hohen Geschwindigkeiten so wenig Lärm verursacht
  • Wie der Schnellzug in Japan trotz ständiger Erdbebengefahr sicher unterwegs sein soll

East Japan Railways hat einen neuen Superschnellzug vorgestellt, der im Land der aufgehenden Sonne über die Schienen donnern soll. Der ALFA-X fährt 20 Prozent schneller als die vorherige Generation der prestigeträchtigen Shinkanzen-Züge. Möglich ist das dank eines äußerst modernen Designs, das voll auf Aerodynamik in Kombination mit einer ganz eigenen Ästhetik setzt. Bevor der Zug in den Regelbetrieb geht, durchläuft er jetzt noch einige Tests.

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Shinkansen ALFA-X: Ein Schnellzug speziell für Japan

Die Bezeichnung ALFA-X steht für Advanced Labs for Frontline Activity in rail eXperimentation. Der Testzug, den East Japan Railways jetzt vorgestellt hat, dient der Erprobung der Technologien, bevor das Projekt bei Kawasaki Heavy Industries Ltd. in Serie geht. Bislang gibt es erst einen noch unfertigen Triebwagen.

An ihm lässt sich allerdings schon das Design des Zugs erkennen: Zehn Wagen sollen später zwischen Front und Heck liegen, die jeweils von einer äußerst langen Schnauze mit 16 beziehungsweise 22 Metern Länge abschließen. Aktuelle Shinkanzen-Züge haben eine Schnauze von 15 Metern, um eine gute Aerodynamik zu ermöglichen.

Das japanische Eisenbahnnetz gilt als eines der pünktlichsten und funktionalsten der Welt und die Shinkanzen-Schnellzüge sind die Königsklasse der Züge dort. Aktuell fährt die 500er-Serie auf langen Strecken im Regelbetrieb mit rund 300 Kilometern pro Stunde. Der neue ALFA-X soll das nochmal deutlich überbieten. 360 Kilometer in der Stunde soll er ganz regulär absolvieren – ohne dabei aber auf Fahrgastkomfort oder Sicherheit verzichten zu müssen.

Vertreter der Presse machen Bilder des neuen Shinkansen ALFA-X.
Mit 22 Metern ist der neue Triebwagen des Schnellzugs knapp ein Drittel länger als sein Vorgänger. Foto: picture alliance/AP Images

Trotz höherer Geschwindigkeit: Weniger Lärm vom Zug

Der erste Testzug soll im Mai 2019 fertig sein und dann in den Testbetrieb gehen. Dämpfer an Bord sollen zum Beispiel Vibrationen der Schienen ausgleichen. Das soll nicht nur ein angenehmes Fahrgefühl für die Passagiere ermöglichen, sondern auch den Lärm für die Umgebung minimieren. Im bergigen Japan legen Entwickler dabei auch ein besonderes Augenmerk auf die Lärmentwicklung bei Tunnelfahrten. Sie ist einer der Gründe für die asymmetrische Längenverteilung bei den Schnauzen des ALFA-X.

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Neben seiner neuen Form erhält der neue Shinkanzen eine Menge Verbesserungen in der Technik im Fahrwerk:

  • Neue Notbremsen sollen den Zug im Zweifelsfall schneller zum Stehen bringen
  • Außerdem wird er über Mechanismen verfügen, die ein Entgleisen verhindern können

Das soll vor allem im Falle von Erdbeben für mehr Sicherheit sorgen und Leben retten, denn das ganze Land liegt in einer Erdbebengefahrenzone – es gibt jeden Monat durchschnittlich 73 Beben der Stärke 4 auf der Richterskala. Der Betrieb von Hochgeschwindigkeitszügen birgt daher auch im hochentwickelten Japan immer ein Risiko, das es nach Kräften zu minimieren gilt.

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