Technik

Airlander 10: Das längste Luftschiff der Welt hebt ab

von
Paul Bandelin

Nach fast einem Jahrzehnt Entwicklung kann der Airlander 10 in Serie gehen. Zwei Unfälle hatten den Start des Hybridluftschiffs aufgehalten.

Computerzeichnung des Airlander 10 über einer Großstadt.
Luxusreise im Luftschiff: Anfang der 2020er-Jahren soll der erste kommerzielle Flug des Airlander 10 stattfinden. Foto: Hybrid Air Vehicles

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie lange die Entwicklung des Airlander 10 gedauert hat
  • Was Prallluftschiffe von anderen Luftschiffen unterscheidet
  • Welche Zwischenfälle den Start des Hybridluftschiffs verzögert haben

Bereits seit 2010 läuft die Entwicklung des Airlander 10 – dem größten Hybridluftschiff der Welt. Jetzt, knapp zehn Jahre später, ist es soweit. Die nötigen Genehmigungen sind erteilt, und die nötigen Voraussetzungen für eine Produktion sind erfüllt: Der Airlander 10 geht in Serie.

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Schon Anfang der 2020er-Jahre soll es zum ersten kommerziellen Einsatz des Luftschiffes von Hybrid Air Vehicles (HAV) kommen. Ursprünglich wollte HAV es für Transporte nutzen. Vergangenes Jahr wurde allerdings bekannt, dass es stattdessen für Luxus-Passagierreisen eingesetzt werden soll.

Der Airlander 10 kann drei Wochen in der Luft bleiben

Mitte Januar 2019 erteilte die zuständige britische Zivilluftfahrtbehörde Civil Aviation Authority (CAA) die Genehmigung für die Realisierung des Projekts. Bereits im vergangenen Herbst hatte die Europäische Agentur für Flugsicherheit das Design des Luftschiffes abgenommen.

Mit 92 Metern ist der Airlander 10 das längste Luftschiff der Welt. Dazu kommen 44 Meter in der Breite. Nach aktuellem Stand kann er zehn Tonnen Fracht oder 48 Passagiere bei einer Geschwindigkeit von 150 Kilometer pro Stunde befördern. Mit voller Heliumfüllung kann er zudem bis zu drei Wochen ununterbrochen in der Luft bleiben – allerdings ohne Mannschaft an Bord.

Das Hybridluftschiff gehört genau genommen zur Klasse der Prallluftschiffe, was sich durch das im Inneren fehlende Stützskelett manifestiert. Die Außenhülle besteht aus einem Faserverbundstoff, wobei die Gaszellen lediglich durch den Innendruck aufrechterhalten werden.

Computerzeichnung des Innenraums des Airlander 10.
Schöner reisen: Der Airlander 10 bietet Platz für 48 Passagiere. Foto: Hybrid Air Vehicles

Während des Fluges bestehen 60 bis 80 Prozent des Gewichts aus Helium, wobei sich das Gas auf sechs separate Kammern verteilt, die das Schiff in der Luft halten, auch wenn es zu einem größeren Riss in der Außenhülle kommen sollte. Angetrieben wird der Airlander 10 von vier Dieselmotoren, die jeweils eine Leistung von 240 Kilowatt beziehungsweise 325 PS – kumuliert 960 Kilowatt und 1300 PS – aufweisen.

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Zwei Unfälle hielten das Prallluftschiff auf

Die lange Dauer vom Jungfernflug im August 2016 bis hin zur Genehmigung der Serienreife hängt auch mit zwei Zwischenfällen zusammen, wobei der erste unmittelbar nach dem Jungfernflug auftrat. Dabei streifte das Hybridluftschiff eine Stromleitung und wurde bei der Landung beschädigt, als es mit der Pilotenkabine voran aufsetzte.

Etwas mehr als ein Jahr später – im November 2017 – riss sich der Airlander 10 von seinem Haltemast los. Dadurch wurde ein eingebauter Sicherheitsmechanismus aktiv und riss ein Loch in die Außenhülle, wodurch das Helium entwich. Beim anschließenden Niedergang wurde eine Frau leicht verletzt.

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