Elektromobilität

Airbnb mal anders: Private Ladesäulen für jedermann

von Sabrina Lieb

Zu wenig Ladestationen für Elektroautos? Ein Startup will das mit Blockchain-Technik ändern. Besitzer von Ladesäulen können auf diese Weise sogar Geld verdienen.

Stecker im Elektroauto
Volle Ladung: Mithilfe der Blockchain sollen auch private Ladesäulen für alle nutzbar sein – und sich damit die Infrastruktur entscheidend verbessern. Foto: CC0: Pixabay/anaterate

Das erfahren Sie gleich:

  • Mithilfe der Blockchain-Technologie werden private Ladesäulen mit anderen geteilt
  • Besitzer einer Ladestation verdienen auf diese Weise Geld
  • Der Erfinder spricht von einem Airbnb für Elektroautos

Ein Startup eifert Airbnb nach

Fehlende Ladesäulen gelten immer noch als eine der größten Hürden für die Elektromobilität. Ein Essener Startup will das nun ändern. Die Idee von MotionWerk: Auch private Ladesäulen sollen für Jedermann zugänglich werden und damit die Anzahl der Lademöglichkeiten für E-Autofahrer erhöhen. Möglich machen soll das die App Share & Charge. Und die funktioniert wie eine Art "Airbnb der Elektromobilität", sagt Dietrich Sümmermann, der das Startup Anfang des Jahres ins Leben gerufen hat. Die Vision des Gründers? Ein offenes Mobilitätssystem, in dem alle Module untereinander transaktionsfähig sind. Via Blockchain-Technologie soll eine dezentrale Infrastruktur aufgebaut werden, die es Nutzern ermöglicht, einfach und schnell Mobilitätsservices zu bezahlen.

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Mit der Ladesäule Geld verdienen

Und so funktioniert's: Über die App können sich private und öffentliche Ladesäulenbesitzer und E-Autofahrer untereinander vernetzen. Dazu registrieren Ladesäulenbesitzer zunächst in der App ihre Stromtankstelle. Ab dann steht die Ladesäule den Plattform-Mitgliedern zur Verfügung. E-Autofahrer, die ebenfalls registriert sind, können dann wiederum über die App nach einer freien Lademöglichkeit suchen. Share & Charge stellt dabei sicher, dass die getankte Menge an Strom auch abgerechnet wird. Hierzu benötigt der Nutzer lediglich ein Smartphone und die App. Ein Prototyp dieser Ladestation hat das Startup jüngst gemeinsam mit dem Ladesäulenanbieter wallbe auf der eMove in München vorgestellt. "Momentan steht für unsere Kunden noch im Vordergrund, die Elektromobilität anzutreiben. Mittelfristig soll mit der App aber auch das Geld verdienen möglich sein", so Sümmermann. Wie bei Airbnb eben.

Handy-App von Share & Charge
Das Smartphone als Tankwart: Der geladene Strom wird per App kontrolliert und abgerechnet. Foto: MotionWerk

Das Netz basiert auf der Blockchain

In Deutschland gibt es derzeit mehr als 60.000 private Ladestationen, lediglich 3700 sind öffentlich zugänglich. Und die konzentrieren sich vor allem auf Stadtzentren. Private hingegen sind auch in den Randgebieten zu finden, darunter bei Hotelanlagen, Restaurants oder auf Parkplätzen von Unternehmen. Wirft man einen Blick auf die Absatzzahlen der Hersteller von Ladesäulen, so zeigt sich, dass die Anzahl der Verkäufe derzeit stark zunimmt. Mit der App soll nun das Problem der Ladeinfrastruktur angegangen werden. Das auf der Blockchain basierte Netzwerk für Ladestationen und Elektroautos will dazu beitragen, dass sich E-Mobilitsten in der Region stärker vernetzen und untereinander unterstützen. Denn würden auch private Ladesäulen für Jedermann zugänglich gemacht werden, könnten Anbieter des Sharing-Modells nicht nur die Anschaffungskosten für ihre E-Ladesäulen refinanzieren. Fahrern von Elektroautos könnte gleichzeitig die Reichweiten-Angst genommen werden.

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Elektroauto an privater Ladesäule
Einkommensquelle: Besitzer von privaten Ladesäulen können mithilfe der Blockchain ihren Strom verkaufen und damit Geld verdienen. Foto: MotionWerk

Vernetzte und nahtlose Mobilität

Vernetzte Mobilität wird in Zukunft die Nachfrage bestimmen, das ist sicher. Was es hierfür braucht, sind integrierte Mobilitätskonzepte, bei denen Mobilität nicht mehr nur in unterschiedlichen Verkehrsmitteln gedacht, organisiert und angeboten wird, sondern die entlang einer Mobilitätskette gestrickt sind. Nahtlose Mobilität bildet daher den Dreh- und Angelpunkt hinter der Idee von MotionWerk: "Es erfordert eine größere Vielfalt, mehr Reibungsfreiheit und Ressourcenschonung, um eine bedarfsorientierte Mobilität zu gewährleisten. Die Menschen wollen einfach gut von A nach B kommen, und wir helfen ihnen dabei", so Sümmermann.

Auf der anderen Seite will MotionWerk eine Brücke zwischen relevanten Unternehmen und Organisationen schlagen, um so den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland schnell und zuverlässig voran zu treiben. Rund 1200 Ladesäulen hat das Unternehmen bereits angeschlossen. Nun baut das Unternehmen seine Technologie gemeinsam mit Partnern auch über die deutschen Grenzen hinweg aus: "Mit unserer Oslo2Rome Tour testen wir gemeinsam mit neun starken europäischen Partnern das grenzübergreifende Laden auf Basis von Blockchain-Technologie in einem System", so der Gründer.

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