Elektromobilität

ADAC: Notdienst für Elektroautos startet – aber nur für Hersteller

von
Thomas Pitscheneder

Der ADAC erweitert seine Flotte um Elektroautos. Die sollen für Hersteller anderen Stromern helfen – und sie sogar mit frischer Energie versorgen.

Eines der elektrischen Testfahrzeuge des ADAC
Der ADAC erprobt in zwei deutschen Städten einen neuen Pannendienst mit Elektroautos. Der soll liegengebliebenen Stromern frischen Saft bieten – aus dem eigenen Akku. Foto: ADAC SE

Das erfahren Sie gleich:

  • Wo der ADAC seinen neuen "Pannenservice" für Hersteller testet
  • Warum er dabei Elektroautos einsetzt
  • Wie die andere Stromer mit Energie versorgen

Bleibt ein Auto mit Verbrennungsmotor auf dem Weg liegen, ist mit einem Anruf meist der ADAC zur Stelle. Die Mitarbeiter sorgen dann direkt am Straßenrand dafür, dass das Fahrzeug wieder läuft. Sollte das nicht klappen, kommt ein Abschleppwagen und bringt das Auto in die nächste Werkstatt. Beim Elektroauto klappt all das aber nur bedingt, denn die Gründe für Defekte können sich zum Teil stark von Benzinern und Dieseln unterscheiden.

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audi.de/DAT-Hinweis

Der ADAC flottet deshalb neue Service-Fahrzeuge ein, die bei Pannen mit dem Elektroauto helfen sollen. "Der Hilfe-Service ist ausdrücklich nicht für ADAC Mitglieder verfügbar, sondern die ADAC Service GmbH arbeitet für die Hersteller im Assistance-Dienst", so die ADAC SE. Es handelt sich also um ein B2B-Projekt, das bisher nur für Hersteller zur Verfügung steht.

ADAC: Wenn der Stromer zu Hilfe eilt

In Hamburg und Duisburg testet der ADAC diesen neuen Pannenservice als Pilotprojekt. Die Service-Fahrzeuge selbst stehen dabei ebenfalls unter Strom, denn der ADAC setzt die vollelektrische Variante des Hyundai Ioniq ein.

Der hat allerlei Werkzeug an Bord, jedoch auch ein für E-Moblisten besonders hilfreiches Extra: eine Ladehilfe. Die Zapft die Batterie des ADAC-Autos an und gibt sie an das liegengebliebene Auto weiter. Dieses Prinzip nennt sich Vehicle-to-Vehicle-Charging (V2V) und geht sehr schnell. Über einen CCS-Stecker tankt der Empfänger in 15 Minuten 25 Kilometer Saft. Das sollte reichen, um zur nächsten Ladesäule zu kommen.

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Bleiben die ADAC-Autos nicht selbst liegen?

Das System sorgt dafür, dass die Akkuladung des Spenders dabei nicht zu stark absinkt. Mindestens 30 Prozent bleiben immer in den Batterien des ADAC-Autos. Laut ADAC reicht das für rund 100 Kilometer. "Die Neuzulassungen von e-Autos nehmen zu. 2020 werden die Hersteller mit vielen neuen Modellen auf den Markt kommen. Für uns ist es deswegen wichtig, möglichst frühzeitig Erfahrungen im Ladehilfebereich zu sammeln“, so Ludger Kersting, Chef der ADAC Service GmbH.

Ob der Dienst irgendwann auch bei der Pannenhilfe – und somit für ADAC-Mitglieder – zur Verfügung stehen wird, das ist bisher noch unklar. Bisher geht es vor allem darum, "wertvolle Erfahrungen auf dem Feld der Elektromobilität und der Pannenhilfe für E-Fahrzeuge" zu sammeln, so die ADAC SE.

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