Technik

Start-up Mapper entwickelt 3D-Karten für selbstfahrende Autos

von
Paul Bandelin

Weil selbstfahrende Autos ihre Umwelt nicht kennen, benötigen sie dreidimensionale Karten – das US-amerikanische Start-up Mapper fertigt diese an.

Autobahnkreuz unterteilt in verschiedene Messbereiche.
Das Star-up Mapper plant die Welt zu vermessen. Dafür braucht es nur günstige Technik, eine Cloud und Mitarbeiter von Fahrdiensten. Foto: Unsplash / Firdouss Ross

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie das Start-up Mapper maßgeschneiderte Karten für selbstfahrende Autos entwickeln will
  • Welche Fahrzeuge für die Erstellung der Karten notwendig sind
  • Welche Bereiche für das Unternehmen von besonderer Bedeutung sind

Selbstfahrende Autos kennen ihre Umwelt nicht. Mithilfe von Lidar-Sensoren erkunden sie die Straße und vermessen dabei jeden Bordstein mit höchster Genauigkeit. Die gewonnen Daten verschaffen ihnen einen detaillierten dreidimensionalen Überblick über die abgesteckten Areale, in denen sie sich derzeit noch bewegen.

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Eine allumfassende Software, die sämtliche Streckendaten gespeichert hat, gibt es noch nicht. Das aus San Francisco stammende Start-up Mapper hat sich diesem Großprojekt angenommen – eine Art sich ein Echtzeit aktualisierendes Google Maps für selbstfahrende Autos.

Mitarbeiter von Fahrdiensten als Kartografen

Hinter dem Service steckt die Idee, dass Unternehmen mit dem Wunsch an Mapper herantreten, die Streckenführungen bestimmter Areale zu dokumentieren. So sollen sich Technik und Aufwände quasi selbst finanzieren.

Die einzige Voraussetzung ist, dass dort öffentliche Straßen bestehen. Mapper schickt dann ein Erkundungsfahrzeug dorthin und sammelt sämtliche geografische Daten. Anschließend erfolgt eine Umwandlung in 3D-Karten für die selbstfahrenden Autos.

Wir sind auf der Mission, diese Karten für die ganze Welt zu kreieren.

Nikhil Naikal, Mitgründer und CEO von Mapper

Zu den Angestellten gehören unter anderem Fahrer von Uber und Lyft, die, während sie ihrem regulären Job nachgehen und Passagiere befördern, gleichzeitig die Umgebung kartieren. Pro gefahrener und noch nicht kartierter Meile erhalten sie drei Dollar von Mapper.

Dazu nutzen sie ihre eigenen Fahrzeuge, die das Start-up mit den nötigen elektronischen Geräten ausstattet. Statt teurer, selbst hergestellter Hardware bedient sich Mapper auf dem billigeren asiatischen Markt bei Alibaba und integriert dann seine Software.

Zweites Team ergänzt wichtige Informationen

Um eine Karte zu erstellen, folgen die Fahrer den Anweisungen der mobilen App von Mapper. Hat er die Strecke komplett abgefahren, lädt er die Daten in die Cloud. Die wandelt sie automatisch zu einer dreidimensionalen Karte um.

Ein weiteres, aus Freelancern bestehendes Team betrachtet im nächsten Schritt die gewonnenen Daten und fügt Informationen über Fahrbahnmarkierungen, Verkehrszeichen und Ampeln hinzu. Kunden bekommen so schon rund 24 Stunden nach dem Auftragseingang die ersten Resultate.

Einmal vermessene Straßen lassen sich jederzeit wieder kartieren. Laut Neehar Garg, dem Abteilungsleiter der Produktentwicklung „wird es mit jedem Update einfacher, weil wir nur die Informationen wahrnehmen und aufzeichnen müssen, die sich verändert haben.“

Kartierung der Städte hat Vorrang

Seit gut einem Jahr arbeitet das Unternehmen mit einer kleinen Gruppe von Kunden zusammen und hat bereits die Karten einiger Orte in Asien, Europa und Nordamerika in petto.

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Das langfristige Ziel ist klar: Die Erstellung der weltgrößten, jederzeit aktuellen, von Maschinen lesbaren Karte aller Straßen, Autobahnen und Städte der Welt.

Während die Testfahrten autonomer Autos derzeit nur in wenigen Städten stattfinden, will Mitgründer und CEO Nikhil Naikal diese in den kommenden beiden Jahren auf dutzende Städte ausweiten.

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