Technik

3D-Drucker: Wenn das Kind zum Designer wird

von Leonie Butz

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: Mit einem Grafik-Programm und einem 3D-Drucker wird das Kind zum Designer für sein eigenes Spielzeug.

3D-Drucker: Wenn das Kind zum Designer wird
Mit dem 3D-Drucker wird das Kind zum Designer seines eigenen Spielzeugs. Foto: CC0: Unsplash/Ines Álvarez Fdez

Das erfahren Sie gleich:

  • 3D-Drucker bringen die Kreativität zurück in die Kinderzimmer
  • Mit App oder PC-Programm wird aus dem Kind von heute der Designer von morgen
  • Nachhaltig und Bio: Das geht auch bei selbstgedrucktem Spielzeug

Kreativität im Kinderzimmer mit 3D-Druckern

Figuren aus Kastanien. Fingerpuppen aus Wolle. Tiere aus Fimo. Früher mussten Kinder kreativ sein, wenn sie Spielzeug haben wollten, denn vieles gab es nicht – oder war zu teuer. In den letzten Jahren hat sich dagegen fertig gekauftes Spielzeug immer mehr durchgesetzt. Massenware, die viel kann, aber immer weniger Kreativität verlangt. Doch jetzt, mit den Errungenschaften der modernen Technik, können Kinder wieder richtig kreativ werden. Sie gestalten ihr Spielzeug selbst und fertigen es anschließend im 3D-Drucker. Nebenbei erleben sie gleich auch den spielerischen Umgang mit Grafikprogrammen.

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Eine Superheldin im coolen Outfit, ein furchterregender Drache oder schicker Sportflitzer: Bei der Gestaltung von Spielzeug für den 3D-Druck sind der Kreativität der Kinder keine Grenzen gesetzt. Mit Apps wie Tinkerplay ("tinker" bedeutet basteln) gestaltet das Kind Actionfiguren entweder aus vordesignten Bauteilen oder entwirft völlig eigenständig fantastische Gebilde nach dem Baukastenprinzip. Schickt das Kind seine Figur dann an den Drucker, kommen die Einzelteile separat raus – inklusive Gelenken, die die Gliedmaßen mit dem Körper verbinden und die Figur so beweglich machen.

Spielzeug aus dem 3D-Drucker ist bis zu 90 Prozent günstiger als aus dem Laden.

Auf dem Tinkerplay-Prinzip aufbauend stellte der Spielzeug-Riese Mattel im vergangenen Jahr seinen 3D-Drucker ThingMaker mit der entsprechenden App dazu vor. Der Drucker ist speziell für Kinder entwickelt, wirbt mit leichter Bedienbarkeit und Druckmaterialien, die flexibel sind, die Farbe ändern oder im Dunkeln leuchten. Und das Beste ist: Dauerhaft wird die Ausstattung des Kinderzimmers so sehr viel günstiger. In einer Studie an der Michigan Tech University fanden Forscher heraus, dass Selbstbau-Spielzeug vom Kinderzimmer-Designer bis zu 90 Prozent günstiger ist als die Variante aus dem Laden.

Das Kinderzimmer als Designer-Studio
Im Kinderzimmer kreativ austoben: Nicht nur das Spiel mit dem Spielzeug wird zur Herausforderung, sondern auch das Gestalten des Spielzeugs. Foto: CC0: Unsplash/Markus Spiske

Nicht nur Bio-Essen fürs Kind

Das klingt grundsätzlich spannend, Problematisch sind aber die Mengen an Abfall, die durch Fehldrucke, unbeliebt gewordene alte Drucke oder den Wunsch nach immer mehr Spielzeug produzieren. Hier gibt es zwar grundsätzlich die Möglichkeit, recycelte Plastik-Reste zu nutzen. Aber da können Eltern nie ganz sicher sein, ob sie kindergerecht und frei von schädlichen Inhaltsstoffen sind.

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Spannend ist die Idee vom nachhaltigen Bio-Spielzeug zum selbstgestalteten allemal.

Die ökologische Alternative stellte jetzt ein Team aus Deutschland vor: Die TinkerToys. Wie bei dem Konkurrenten von Mattel gestalten hier Kinder ihr Spielzeug mit einem Programm. Ist eine Figur fertig, landet sie aber nicht im eigenen 3D-Drucker, sondern bei dem Team von TinkerToys, die die Figur ausdrucken und per Post an das Kind schicken. Dabei setzt das Start-up auf grünen Strom und Biokunststoff aus Maisstärke, der zu 100 Prozent recycelbar und frei von gesundheitsschädlichen Farbstoffen und Weichmachern ist.

Die Idee des Crowdfunding-Projekts ist vielversprechend und nachhaltig – aber sie steckt bisher noch in den Kinderschuhen. Das Grafikproramm wirkt noch etwas schwerfällig und die Auswahlmöglichkeiten an gestaltbaren Figuren ist noch recht begrenzt. Außerdem kommt hier wieder der Preisfaktor hinzu, der beim 3D-Drucker im eigenen Kinderzimmer minimal ist. Bei dem Start-up liegen die Spielzeuge je nach Größe hingegen zwischen 5 und 50 Euro. Spannend ist die Idee vom nachhaltigen Bio-Spielzeug für kleine Designer aber allemal.

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