Technik

3D-Drucker und Technikpakete: Kommt jetzt das DIY-Auto?

von Alexander Cohrs

Den Traum vom individuellen Auto haben viele - und landen beim Tuning. Neue Technik ermöglicht jetzt die Herstellung von kompletten individuellen Autos.

3D-Drucker und Technikpakete: Kommt jetzt das DIY-Auto?
Volle Auswahl: Mit unterschiedlichen Felgen können Autofahrer ihre Fahrzeuge individualisieren – künftig bauen sie mit einem 3D-Drucker vielleicht ein komplett eigenes DIY-Auto. Foto: Pixabay/webbi

Das erfahren Sie gleich:

  • Die Kombination aus 3D-Drucker und fertig zu kaufender Technik machen Auto-Eigenbauten viel einfacher als bisher
  • Schon heute werden viele Kleinserien mithilfe von 3D-Druckern hergestellt
  • Jetzt bieten Zulieferer auch komplette Antriebspakete mit Elektromotor, Leistungselektronik und Getriebe an

DIY als maximale Individualisierung

Ob nun neue Alufelgen, ein kleines Sportlenkrad oder vielleicht sogar ein nachträglich angebrachter Heckspoiler: Wem es wichtig ist, ein individuelles Auto zu fahren, der landet bisher zwangsläufig im Tuningbereich – entweder beim Autohersteller selbst oder bei den vielen Anbietern für Nachrüstlösungen. In manchen Fällen sieht das wirklich gut aus (und ist legal), in anderen endet es mindestens bei der Geschmackspolizei oder vielleicht sogar bei der richtigen Staatsmacht – wenn die ganzen Nachrüstlösungen keine ABE besitzen oder nicht im Fahrzeugschein eingetragen sind.

Der neue Audi e-tron

Der erste rein elektrische SUV von Audi.

Zur Reservierung

Aber wie wäre es, wenn es noch eine andere Möglichkeit gäbe, ein individuelles Auto zu fahren? Nämlich, indem es sich der Autofahrer nach dem DIY-Prinzip (do it yourself) einfach selbst baut? Ist der Trend der Zukunft also möglicherweise das DIY-Auto?

3D-Drucker sind im Autobau angekommen

Bisher gelang das nur einigen wenigen Tüftlern, die für ihren Traum von eigenem Auto viel Geld und Zeit investierten. Aber jetzt kommen zwei technische Entwicklungen zusammen, die das ganze Thema Eigenbau plötzlich auch für breitere Kreise interessant machen könnten: Einerseits die immer größere Verbreitung von 3D-Druckern – und andererseits komplett fertige Antriebssysteme und andere Technikpakete, die jedermann fertig kaufen kann.

Fangen wir mit den 3D-Druckern an – sie sind inzwischen längst im (Elektro-) Autobau angekommen: Der "enjoy" aus Österreich, das aus Recyclingmaterial hergestellte "The Drop" aus Neuseeland, das tschechische Stadtauto "4ekolka", das zweisitzige Elektroauto "EV" aus Taiwan und natürlich der autonome Stadtbus "Olli" von Local Motors in den USA – in der ganzen Welt entstehen gerade E-Autos aus dem 3D-Drucker. Bisher aber zumindest als Kleinserie gedacht und nicht als ultraindividuelle Einzelstücke. Denn mit dem Ausdrucken der Karosserie ist es ja noch lange nicht getan; der Antrieb um den Elektromotor und die ganze weitere Technik waren viel zu kompliziert für Einzeltäter.

3D-Drucker sind im Autobau angekommen
Der neue Kollege in der Autofabrik: Karosserieteile können heute weitestgehend am 3D-Drucker hergestellt werden. Foto: Pixabay/lppicture

Der Elektromotor steckt in der E-Achse

Jetzt aber stellen immer mehr Zulieferer komplett fertige Techniklösungen vor. Ein Beispiel ist Bosch, die auf der IAA 2017 die "E-Achse" präsentierten. Dieses Bauteil beinhaltet Elektromotor, Leistungselektronik und Getriebe in einem. Auch andere nötige Bauteile wie Lenkung oder Beleuchtung sind bei Bosch erhältlich – und natürlich auch bei anderen Zulieferern. Hinzu kommt: Ein Elektroauto kommt mit viel weniger Teilen aus als ein Verbrenner. Beim "enjoy" aus Österreich sollen es 80 Prozent weniger sein.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Technik immer informiert.

Natürlich ist es immer noch nicht ganz trivial, aus diesen Komponenten ein komplettes Auto zu montieren. Und dann braucht das DIY-Auto für die Zulassung noch eine Einzelbetriebserlaubnis (EBE) nach §21 der StVZO. Hierfür muss der Erbauer ein technisches Gutachten von Prüforganisationen wie DEKRA oder TÜV vorlegen, für das unter anderem die Übereinstimmung des Fahrzeugs mit den Zulassungsvorschriften überprüft wird.

Ein schneller Spaß für Jedermann wird das DIY-Auto also so schnell noch nicht werden. Aber sicher ist: So einfach wie heute war es noch nie, ein Auto selber zu bauen.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen