Elektromobilität

2020 sollen Schiffe autonom fahren – vor selbstfahrenden Autos

von Paul Bandelin

Ein schnelles Motorboot auf dem Wasser; im Hintergrund ist ein Segelboot zu sehen.
Das Motorboot wird zum Elektroboot: Die Elektromobilität hat auch auf dem Wasser bereits Fahrt aufgenommen. Foto: Shutterstock / Tono Balaguer

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie autonome Schiffe bereits 2020 in See stechen sollen
  • Was Schiffe von selbstfahrenden Autos lernen können
  • Wie Elektroboote das autonome Fahren befeuern

Die Entwicklung selbstfahrender Schiffe geht schneller voran als die selbstfahrender Autos – schon 2020 sollen die ersten komplett autonom verkehren.

Autonome Schiffe stechen 2020 in See

Während die Einführung selbstfahrender Autos immer wieder Rückschläge durch unvorhergesehene Unfälle einstecken muss, geht die Entwicklung auf dem Wasser weitaus schneller voran: Spätestens 2020 sollen die ersten Schiffe komplett autonom auf den sieben Weltmeeren verkehren – ein riesiger Schritt für die Elektromobilität.

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Um die ambitionierten Pläne zu verwirklichen, arbeitet das norwegische Start-up Massterly derzeit auf Hochtouren. Denn das Unternehmen will nicht nur ein autonomes Schiff bauen. Die Pläne sehen auch die notwendige Infrastruktur – in Form eines Kontrollzentrums in Küstennähe – vor.

Hinter dem Start-up, das im April 2018 gegründet wurde, stehen die Reederei Wilhelmsen und der Technologiekonzern Kongsberg. Erstmals weltweit liegt das Hauptaugenmerk hier auf der notwendigen Infrastruktur und den Nebenbedingungen autonom verkehrender Schiffe.

Im August 2018 wird das Start-up seine Arbeit am Bau des Kontrollzentrums aufnehmen. Ein Jahr später will das Unternehmen das neu entwickelte und vollkommen elektrische Containerschiff Yara Birkeland in Betrieb nehmen.

Schiffe können von selbstfahrenden Autos lernen

Die Systeme für Schiffe und Autos sich dabei nicht komplett fremd. Ein Hauptunterschied ist die Beschaffenheit des Terrains. Ein zweiter ist die Tatsache, dass die meisten Schiffe weitaus mehr Platz einnehmen.

Kooperationen könnten in Zukunft trotzdem die Navigation erleichtern, Treibstoff sparen oder für mehr Ladung auf Frachtern sorgen. Ein durchaus entscheidender Faktor, schließlich laufen rund 90 Prozent des Güterverkehrs weltweit per Schiff – 2016 waren es 10,3 Milliarden Tonnen.

Die Vorteile automatisierter Schiffe liegen dabei klar auf der Hand: Durch weniger von Menschen verursachter Fehler würden Reedereien viel Geld sparen und die Sicherheit würde beachtlich steigen. Menschliche Fehler – wie der des Kapitäns auf der Costa Concordia, der 2012 das Leben von 32 Menschen forderte – ließe sich mit autonomen Antrieben verhindern.

Elektroboote in Norwegen: Die Basis der Autonomie

Auch die Norweger machen sich ernsthafte Gedanken darüber, wie und in welche Richtung sich der Schiffsverkehr optimieren lässt. In den vergangenen Monaten und Jahren nahm der Umschwung auf elektrisch betriebene Schiffe und Boote im Königreich immer mehr an Fahrt auf. Den Anfang machten kleine Fähren – mittlerweile sind es auch Arbeitsschiffe und Ausflugsboote, die elektrisch betrieben werden.

Der elektrisch betriebene Katamaran der Lachsfarm Salmar Farming AS hat beispielsweise den jährlichen Treibstoffverbrauch um 63.000 Tonnen und seinen Kohlendioxidausstoß um 200.000 Tonnen reduzieren können – verglichen mit seinem nicht elektrisch betriebenen Vorgängermodell. Von einer Vielzahl Lithium-Ionen-Batterien angetrieben, zählt das Schiff zu den Pionieren bei dem Versuch, die Luftverschmutzung durch den Seeverkehr einzudämmen.

Die Elektromobilität ist in Norwegen also auf dem Wasser bereits erfolgreich angekommen. Sie ebnet zukünftig den Weg für autonom fahrende Schiffe auf den Weltmeeren.

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